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Züriost-Blog

Zum Sterben langweilig

Talina
Steinmetz
Mittwoch, 01. Januar 2020, 10:52 Uhr Züriost-Blog

«Die schönste Zeit des Jahres» – so werden die Tage rund um Weihnachten und Silvester oftmals beschrieben. Als Begründung folgen dann meist Dinge wie Glühwein, Lichterketten, Schneeflocken, Geschenke, Familie, Feiertage. Was ich absolut gar nicht nachvollziehen kann – ich finde die Weihnachts- und Silvestertage die mit grossem Abstand langweiligste Zeit des ganzen Jahres. 

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Ein Grund dafür ist das Wetter, beziehungsweise die Tatsache, dass ich den Winter abgrundtief hasse. Warum, werde ich nicht genauer ausführen, denn: been there, done that.

Auch verabschiedet sich mein Zeitgefühl für diese Tage. Zwischen «Ich stehe um 15 Uhr auf und esse dann gegen 18 Uhr mein Frühstück» und «Aus dem Bett um 10 Uhr, direkt zum Sport und dann zur Familie» gibt es sozusagen keinen Unterschied.

Tönt eigentlich super: Viel schlafen, viel essen, viel nichts tun. Ist es auch – zumindest während zwei Tagen. Danach habe ich die Freude daran verloren. Mein Schlafrhythmus gleicht dann nämlich eher einer stockenden Kassette und die Ideen, wie ich meine Zeit an Feiertagen verbringen soll, sind aufgebraucht.

Freunde treffen? Schwierig. Die eine Hälfte befindet sich bei ihren Familien, die andere in der Karibik. Sport machen? Ja, tue ich – aber nicht während 24 Stunden, eine Woche lang. Kochen? Danke, aber nein danke – das möchte ich mir, wie auch niemand anderem antun.

Und ja, natürlich habe ich mir auch überlegt, in den Urlaub zu fahren. Aber mal ehrlich: Es gibt keine Zeit im Jahr, in der die Hotels, Flüge und Bahnreisen so überteuert sind, wie jetzt. Mit dem Geld, das ich dafür ausgeben würde, kann ich im Sommer weitaus mehr anstellen. Cocktails mit Sonnenschirmli inklusive! 

Also bleibe ich zu Hause, liege viel zu lange im Bett und auf dem Sofa herum und esse, um später genügend Energie zu haben, um im Fitnessstudio schwitzen zu können. Zwischendrin nerve ich mich darüber, dass es draussen zu kalt ist, um einfach auf dem Balkon zu sitzen und ein Buch zu lesen. Oder ich bin bei meiner Familie, um die gleichen Weihnachtsfilme zu schauen, wie schon die letzten zehn Jahre.

(Sorry Mami, isch wüki nöd bös gmeint)

Auch mag ich die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nicht, weil mein Körper, aber auch ein Teil meiner Hirnzellen, in den Winterschlaf fallen. Zumindest fühlt es sich so an, wenn ich dann nach dieser einen Woche wieder zurück an meinem Arbeitsplatz sitze und aus Gewohnheit erst einmal Netflix aufrufe statt meinen Maileingang. Oder sich mein Magen alle 30 Minuten mit einem Knurren meldet und vorzugsweise nach Fondue Chinoise verlangt. 

Deshalb, mein Wunsch an zukünftig wichtige Menschen, wegen denen es einmal Feiertage geben wird: Schaut doch bitte darauf, dass ihr im Sommer sterben oder geboren werdet. 

Dann könnte man nämlich grillieren, einfach an der Sonne sitzen, in die Badi gehen, böötlen, Fussball spielen, Rasenmähen und Motorradfahren – und noch ganz viele Dinge mehr, während man euch gedenkt oder feiert. 

Gopfischdochwahr!

Talina Steinmetz ist das Redaktionsküken. Mit 23 Jahren möchte sie das Wochenende noch voll ausnutzen. Technopartys bis tief in die Nacht, spontane Motorradausflüge und längere Sporteinheiten gehören zur Tages-, beziehungsweise Wochenendordnung. Montags trotzdem fit zu sein, ist ihre Stärke. Und falls das mal nicht der Fall sein sollte, helfen Fotos von Babybüsis oder das Schreiben eines Blogs.

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