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Grosseinsatz der Polizei in Dübendorf

«Es war wie im Wilden Westen»

Eine Spezialeinheit der Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagmittag an der Überlandstrasse in Dübendorf einen bewaffneten Mann festgenommen. Augenzeugen berichten von der angespannten Situation im Quartier.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 17. Dezember 2019, 13:48 Uhr Grosseinsatz der Polizei in Dübendorf

An der Überlandstrasse in der Nähe der Giessen-Kreuzung in Dübendorf kam es am Dienstagmittag zu einem Grosseinsatz der Polizei. Das schreibt «20 Minuten». «Die Polizisten laufen in Vollmontur und mit Maschinenpistolen herum», meldete ein Leser-Reporter vor Ort dem Onlineportal. Die Personen in der Gegend seien angehalten worden, die Büros und Wohnungen nicht zu verlassen und die Fenster zu schliessen.

Ein Augenzeuge sagt gegenüber Züriost: «Es war fast wie im Wilden Westen.» Er wollte gerade in die Mittagspause, als die Polizei eintraf. Weil er nicht wusste, wie gefährlich es draussen sei, hätte er etwas zugewartet. «Als ich dann mit dem Auto aus der Tiefgarage fahren wollte, überprüfte die Polizei, ob sich noch jemand im Fahrzeug versteckt», so der Augenzeuge.

Die Polizei rückte schwerbewaffnet aus. (Quelle: Leser-Reporter «20 Minuten»)

«Ich war schockiert»
Sandra Lazic hat den Einsatz der Polizei von einem Balkon aus genau verfolgt und die Situation auf Video aufgenommen. «Ganz am Anfang war es etwas schockierend für mich, als aufs Mal mehrere Polizisten mit Sirenen hier ankamen», erzählt sie.

Licht ins Dunkle brachte wenig später Florian Frei von der Kantonspolizei Zürich, der vor Ort war. Gemäss Frei ging kurz vor Mittag eine Meldung bei der Polizei ein. Ein Mann hantiere mit einer Waffe auf einer Terrasse eines Wohnhauses. Die Person, die den Vorfall meldete, habe den 34-jährigen Mann ansprechen können. Die Einsatzgruppe Diamant, eine Spezialtruppe der Polizei, habe den bewaffneten Mann anschliessend verhaften können, so Frei. Er stand alleine auf der Terrasse.

Entwarnung durch die Polizei
Nach der Verhaftung habe sich herausgestellt, dass der Mann ein sogenanntes Softairgewehr in den Händen hielt, das mit Luftdruck Kügelchen verschiesst. «Dies ist keine echte Waffe, sie sieht einem richtigen Gewehr jedoch zum Verwechseln ähnlich», so Frei. Deshalb hätten auch die Spezialeinsatzkräfte erst nach der Verhaftung Entwarnung geben können.

Augenzeugin Sandra Lazic war erleichtert, als bekannt wurde, dass durch das Softairgewehr nie akute Gefahr für die Anwesenden bestanden habe: «Das gibt einem schon ein besseres Gefühl.» Nachdem im Anschluss auch noch die Polizei bei ihr im Büro vorbeigekommen sei und über den Vorfall informiert habe, sei für Lazic alles wieder im Lot gewesen und sie habe weitergearbeitet.

Sandra Lazic hat den Polizeieinsatz vom Balkon verfolgt und erzählt gegenüber Züriost von den Erlebnissen.

Verstoss gegen das Waffengesetz
Der Einsatz ist mittlerweile beendet. Die Ermittlungen zu Motiv und Ursache des Vorfalls laufen, die Spurensicherung war am frühen Nachmittag noch vor Ort.

Die Kantonspolizei weist in einer Medienmitteilung zum Vorfall ausdrücklich darauf hin, dass solche Gewehr-Imitate «selbst für die Profis der Polizei auf den ersten Blick nicht von echten Waffen zu unterscheiden sind, und dass es deswegen zu folgenschweren, unvorhersehbaren Reaktionen kommen kann».

Zudem sei das Tragen solcher Imitationswaffen verboten. Der Mann wurde denn laut der Kantonspolizei auch unter anderem wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

 

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Super... warum kann jede Person ab 18 Jahren solche ″ Waffen ″ legal kaufen ?!
Darum sollte der " Gesetzgeber ″ den Verkauf kontrollieren und alles wovon die vermögenden und mächtigen angst haben verbieten!
Siehe: Broschüre Waffen in Kürze
Bruno