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Der Masken-Mann ist ein Phantom

Entwarnung in Uster

Der Masken-Mann ist ein Phantom

Die Ustermer Eltern können aufatmen: Der Mann mit der weissen Maske, der angeblich in den letzten Tagen Kinder auf dem Schulweg verschreckt haben soll, war eine Erfindung.

Laura
Cassani
Donnerstag, 06. Dezember 2018, 14:36 Uhr Entwarnung in Uster
Der Ustermer Masken-Mann? Er war eine Erfindung.
Pixabay / LeandroDeCarvalho

Der sogenannte «Masken-Mann» hatte die Familien – im Ustermer Brunnenwiesenquartier und darüber hinaus – in den vergangenen Tagen auf Trab gehalten. Anfang Woche hatte die Schulleitung der Primarschule Hasenbühl die Eltern darüber informiert, dass «ein unbekannter Mann mit auffallendem Signalement» von mehreren Schulkindern gesehen worden sei. Er trage schwarze Kleider und eine weisse Maske.

Eine Mutter schilderte auf Facebook, der Mann habe ihren Sohn am Arm gepackt, eine andere, dass ihr Sohn angesprochen aber weitergelaufen sei (wir berichteten).

Die Rede vom «Killer-Clown»

Immer mehr Kinder erzählten in den vergangenen Tagen zu Hause oder in der Schule, dass sie den «Masken-Mann» gesehen hätten. Sogar vom «Killer-Clown» war die Rede. Manche Eltern waren verunsichert und wussten nicht mehr genau, ob sie ihren Kindern glauben konnten, erzählt eine Mutter.

An verschiedensten Orten in Uster wurde der Mann offenbar gesichtet, immer mehr Schülern begegnete er. Oder eben nicht, wie sich jetzt herausstellte.

Rund um das Schulhaus Hasenbühl hatten Kinder angeblich den «Masken-Mann» gesichtet. (Archivbild: Markus Zürcher)

Denn der «Masken-Mann» – er war eine Erfindung. Ein Phantom, das in den Köpfen der Kinder so real geworden war, dass sogar die Polizei einschreiten musste. So real, dass die Ustermer Primarschulpräsidentin Patricia Bernet (SP) anfang Woche noch gesagt hatte: «Wir beobachten die Situation genau und nehmen die Meldungen sehr ernst.» Die Kinder wurden über die wichtigsten Verhaltensregeln gegenüber fremden Erwachsenen aufgeklärt.

Umfrangreiche Ermittlungen

Und die Stadtpolizei verstärkte nicht nur zusammen mit der Kantonspolizei Zürich die Präsenz um das Schulhaus Hasenbühl herum, sondern leitete auch «umfangreiche Ermittlungen» ein, wie sie heute in einer Mitteilung schreibt. Und diese ergaben, vier Tage nach der Meldung an die Eltern, dass es «in Wirklichkeit» zu keinen Vorfällen mit einer solchen «zweifelhaften Gestalt» gekommen sei.

«Der Jugenddienst der Stadtpolizei hat mit zwei Kindern Befragungen durchgeführt.»

Andreas Baumgartner, Kommandant Stadtpolizei Uster

Die Schulleitung habe insgesamt von vier Kindern erfahren, die den Masken-Mann gesehen haben sollen. Zwei konkrete Meldungen seien dann bei der Stadtpolizei eingegangen, sagt Kommandant Andreas Baumgartner. «Der Jugenddienst der Stadtpolizei hat mit zwei Kindern Befragungen durchgeführt.» Ob der Mann eine Erfindung eines oder mehrerer Kinder gewesen sei, kann Baumgartner aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen.

Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung

Verschiedene «Puzzlestücke» hätten aber ein eindeutiges Gesamtbild ergeben, so Baumgartner. Dazu gehöre auch, dass auf den polizeilichen Schulwegüberwachungen keine Beobachtungen gemacht werden konnten und dass weitere Hinweise aus der Bevölkerung zu keinen Hinweisen geführt haben.

«Die Anspannung war hoch.»

Andreas Baumgartner

Baumgartner bestätigt, dass Hinweise aus der Bevölkerung in den letzten Tagen – auch infolge der öffentlichen Berichterstattung – deutlich zugenommen haben. Das Gerücht vom Masken-Mann habe sich schnell verbreitet. «Die Anspannung war hoch», sagt Baumgartner.

Grosse Erleichterung

Es sei eine Erleichterung für die Polizei, die Bevölkerung und die Primarschule Uster, dass die Erkenntnis nun gesichert sei, dass es den Mann nicht gebe.

«Dass Eltern und Bevölkerung im Allgemeinen achtsam sind gegenüber möglichen Gefahren, ist sinnvoll.»

Andreas Baumgartner

Hat man also etwas überreagiert, als man am Montag zusammen mit der Primarschule breit informierte? Baumgartner verneint: «Dass Eltern und Bevölkerung im Allgemeinen achtsam sind gegenüber möglichen Gefahren, ist sinnvoll.» Man sei jederzeit «situationsgerecht und angemessen» vorgegangen.

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