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«Burglind» wirft Baum auf Hundehütte

Eschenbach SG

«Burglind» wirft Baum auf Hundehütte

In Eschenbach hat der Sturm «Burglind» seine Spuren hinterlassen. Denn «Burglind» riss eine 30 Meter hohe Tanne aus dem Boden und warf sie auf die Hütte des lokalen Hunde-Clubs.

Freitag, 05. Januar 2018, 17:00 Uhr Eschenbach SG

Als ein Mitglied des Hunde-Clubs Eschenbach sich auf Facebook einloggte, konnte er seinen Augen nicht trauen. Ein Kollege hatte Bilder der Vereins-Hundehütte gepostet – oder besser gesagt von dem, was von ihr übrig geblieben war. Denn der Sturm Burglind hatte am Mittwochmorgen eine Tanne dem Erdreich entrissen und auf das Dach des Club-Gebäudes geworfen.

«Die Forstbetriebe sind mit Aufträgen ausgelastet. Da die Hundehütte keine Priorität hat, wird man sich ihr später widmen.»
Anonymes Vereinsmitglied

Holz zerstört Holz

Tagsüber suchte an jenem Mittwoch «Burglind» ganz Europa heim. Erst in der Nacht verschwand der Sturm – nur die Spuren seiner Verwüstung blieben. Auch in Eschenbach: Auf den Bildern des örtlichen Hunde-Clubs ist zu sehen, wie die 30 Meter hohe Tanne mit einem Stammdurchmesser von 40 Zentimetern auf der Hundehütte liegt. Der mit Moos bewachsene Baum hat das Dach durchbrochen und ist mit seinem Geäst in das Rauminnere eingedrungen – Holz zerstörte Holz.

Die Tanne hat auch dem Regen Tür und Tor geöffnet: So konnte das Wasser in die Hütte hineinrinnen und seinen Beitrag der Zerstörung leisten. Laut dem Mitglied des Hunde-Clubs, das anonym bleiben möchte, wird die Tanne erst in drei bis vier Wochen entfernt: «Die Forstbetriebe sind mit Aufträgen ausgelastet. Da die Hundehütte keine Priorität hat, wird man sich ihr später widmen.» Ein Waldbesitzer habe ihm verraten, dass einerseits im Winter viel Heizholz bestellt werde und andererseits «Burglind» viele Schäden verursacht habe.

«Der Schaden wird noch geschätzt, aber ich vermute, dass ‹Burglind› über 10'000 Franken verschlungen hat».
Anonymes Vereinsmitglied

«Manchmal sind bis zu 20 Hunde in der Hütte.»

Glücklicherweise haben die Hunde noch Winterpause – es ist kaum auszudenken, was passiert wäre, hätten sich Tiere und Menschen während des Baumsturzes im Gebäude befunden. Der Hundefreund sagt: «Manchmal treffen sich bis zu 20 Hunde mit den Besitzern in der Hütte. Dann werden Camps abgehalten, die der Erziehung der Vierbeiner dienen.» Momentan benutze der Hunde-Club – beispielsweise für Mitgliedertreffen – daher nur sein zweites Trainingsgelände. Dorthin wurde auch das Inventar verlegt, das zu retten war. Unter den in der Hütte gelagerten Sachen waren Materialien für das Training der Hunde oder Kücheneinrichtung.

Wäre der Baum weiter in der Mitte des Daches oder mit dem unteren dickeren Ende des Stammes statt dem oberen auf der Hütte gelandet, hätte er sie platt gedrückt. Doch auch so sei der Totalschaden offensichtlich.

«Die Ecken und die Küche sind komplett hinüber. Der Schaden wird noch geschätzt, aber ich vermute, dass ‹Burglind› über 10'000 Franken verschlungen hat», so das Vereinsmitglied. Zwar habe der Club eine Dachversicherung abgeschlossen, doch müsse noch abgeklärt werden, ob den restlichen Schaden die Hundeliebhaber selbst tragen müssten. Auch werde noch mit der Gemeinde besprochen, wie der Club nach der Beseitigung der Tanne vorgehen könne.

Die seltsame Taufe von «Burglind»
Dass das Sturmtief «Burglind» getauft wurde, wirkt ironisch. Der Name soll wohl andeuten, was man gebraucht hätte, als sie erschienen war: Dieser setzt sich nämlich aus den beiden althochdeutschen Worten für «Schutz» und «Schild» zusammen und bedeutet so viel wie «die Schützende». «Burglind» hat sich jedoch als Zerstörerin erwiesen.

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