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Nachhaltiges Töten und kriminelle Ernährung

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(Symbolfoto: Pixabay/christi_j)
Lea
Chiapolini

Das Bild ging um die Welt: Einer Meeresschildkröte wird ein langer Plastikstrohhalm aus der Nase gezogen. Sie steht für Tausende, wenn nicht Millionen von Tieren, die weltweit aufgrund von Plastik und anderem Müll zugrunde gehen. Wem dieser Stich ins Herz noch nicht genug war, kann sich seit Ende März in der Netflix-Dokumentation «Seaspiracy» noch viel schrecklichere Bilder zu Gemüte führen.

Schnell stellt sich darin heraus, dass die Vermüllung der Meere bei weitem nicht das Schlimmste ist, was wir der Natur antun. So sass ich schockiert da, als ich die Filmaufnahmen sah, auf denen unzählige Delfine, Hammerhaie und noch Dutzende weitere Spezies als wertloser Beifang aus dem Netz gesäbelt wurden. Hörte dem Verantwortlichen des Öko-Labels «Dolphin Safe» zu, wie er ohne Zögern zugab, dass niemand garantieren könne, dass bei der Jagd auf Thunfisch keine Delfine zu Schaden kämen.

Hauptaussage des Filmes: Die Fischerei ist der grösste Faktor, wenn es um die Zerstörung des Lebensraums Meer geht. Nicht nur wegen des Beifanges, sondern auch wegen der Fischernetze, die im Wasser zurückgelassen werden und den Hauptbestandteil der Plastikverschmutzung im Meer ausmachen. Die beste Lösung: gar keine Fische und Meeresfrüchte konsumieren.

Und so ist es eben oft bei solchen Themen. Die Reichweite des Problems ist nicht richtig fassbar, die einzige konsequente Lösung wäre der komplette Verzicht. Aber nicht nur bei tierischen Produkten. So existieren Berichte über Bandenkriege in Zentralamerika, bei denen Avocadobauern entführt und ihre Familien um Lösegeld erpresst werden. Man hört oft von der Wasserknappheit, die der Avocado-Anbau auslöst. Aber Kidnapping und Mord?

Die Zahl der Dokumentationen zum Thema Ernährung und den schockierenden Hintergründen zur Nahrungsmittelherstellung ist unendlich. Und so stellt sich die Frage: Was darf man überhaupt noch essen? Nur die Produkte des Bauern von nebenan? Ja aber weiss ich denn, was der alles auf seine Felder spritzt?

Wer sich gesund ernähren will, muss über den Tellerrand und die Anzahl Kalorien hinausschauen. Ganzheitlich gesund zu essen bedeutet neben den Inhaltsstoffen auch, dass in der Kette der Produktion niemand zu Schaden kommt.

Doch die absolute Sicherheit, dass die Lebensmittel aus einer verantwortungsvollen Quelle stammen, gibt es nicht – nicht einmal als Selbstversorger. Denn bereits Saatgut kann eine dunkle Vergangenheit haben. Googeln Sie mal.

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