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Bier, SMS oder Leben?

Bier, SMS oder Leben?

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Nach einem feuchtfröhlichen Abend das Auto lieber auch mal stehen lassen. (Symbolbild: Fotolia / Benjamin Nolte)
Fabia
Bernet

Diesen Herbst sind Freiwillige seit 30 Jahren für Nez Rouge im Einsatz. Wenn jemand zu viel getrunken hat, fahren sie sicher heim. Lobenswert ist der Einsatz. Doch gelobt soll auch werden, wer den Dienst in Anspruch nimmt. Wer trinkt, fährt nicht. So einfach könnte es sein.

Alternativen würde es genug geben. Der öffentliche Verkehr, Taxi, Uber, zu Fuss. Ausreden gibt es keine. Viel zu oft kommt es aber vor, dass man sich trotzdem ins Auto setzt, trotzdem noch fährt, trotzdem eine Ausrede sucht.

Man denkt sich, dass es ja nur wenige Meter sind. Und es waren ja auch nur ein paar Gläser Wein. Und die Strecke ist man ja schon hundert Mal gefahren. Das «Trotzdem» und das «Nur» kosten Leben.

Mehr als 0.5 Promille sind nicht erlaubt und die erreicht man schnell. Geht ein 50-jähriger Mann mit einem Gewicht von 85 Kilogramm und einer Grösse von 1,85 Meter in den Feierabend und trinkt während zwei Stunden vier Stangen, darf er nicht mehr fahren.

Die drohende Busse ist aber nebensächlich. Im Moment, in dem jemand alkoholisiert in ein Fahrzeug steigt, gefährdet der Fahrer sich selbst und seine Mitmenschen. Egal wie fest er davon überzeugt ist, noch gut fahren zu können.

Dasselbe gilt für das Handy am Steuer. Auch hier kommt das «Nur» wieder ins Spiel. Nur noch kurz ein anderes Lied auswählen, nur noch kurz das SMS beantworten, nur noch kurz das Navi einstellen. Man fährt ja eh nur geradeaus, fährt ja eh grad langsam.

Dennoch fällt das gemäss dem Schweizer Verkehrsrecht unter grobe Verkehrsregelverletzung. Man kann nicht gleich schnell reagieren, kann im äussersten Fall nicht mehr rechtzeitig bremsen. Und ganz ehrlich? Wie wichtig kann dieses eine SMS gewesen sein, um bewusst ein Leben aufs Spiel zu setzen?

Gerade jetzt, wo es nicht mehr allzu lange dauert, bis die ersten Glühweine serviert und Weihnachtsessenseinladungen beantwortet werden müssen: Im Zweifelsfall einfach das Auto stehen und das Handy im Sack lassen. Es ist es halt einfach nicht wert.

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