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Facebook-Down, I’m down

Uhr
Philipp
Gämperli

Man konnte es gar nicht nicht mitbekommen: Facebook hatte vor einiger Zeit einen Systemabsturz und die ganzen Dienste wie WhatsApp, Instagram und eben auch Facebook selber funktionierten nicht mehr. Da haben sich wohl einige gedacht, das würde nur ein paar Minuten dauern. So wartete man auf der Couch sitzend, abgeschottet von der Gesellschaft bis die Dienste wieder erreichbar waren.

Was hätte man denn während diesem sechsstündigen Shutdown bitte tun sollen – zumal es nicht einmal während der Arbeitszeit war, sondern erst gegen 17.30 Uhr. Genau um die Zeit, in der man sich statt in eine Vereinsaktivität in die Welt der sozialen Medien stürzt und irgendwelche Arten der Selbstinszenierung betreibt oder sich einfach vom eigenen, trüben Leben ablenken möchte.

Was könnten die vielen User nun stattdessen tun? Das haben sich wohl auch die Köpfe hinter Facebook mit Bestürzung gefragt und setzten sofort alles daran, um die Server neu zu starten. Nicht, dass die geldbringenden Nutzer gar noch etwas Sinnvolles mit ihrer Zeit anfangen.

Zu theatralisch? War doch gar nicht so schlimm?

Aber statt sich mit den Eltern, Grosseltern oder den Nachbarn im echten Leben zu unterhalten machten wir was? Genau, wir suchten eine andere Plattform im Internet, die uns wieder eine virtuelle Stimme gibt. Der Kurznachrichtendienst Twitter ging dabei als glorreicher Sieger hervor. Nicht etwa, weil über den Ernst eines solchen Ausfalls diskutiert wurde, sondern um sich mit Memes darüber lustig zu machen.

Selbst die ganz grossen Firmen wie McDonald’s, Starbucks, Reddit und Dell meldeten sich unter dem Tweet von Twitter, in dem stand „Hello literally everyone“ – übersetzt „hallo an wirklich alle“. Nur um dann über Facebook zu spotten.

Aber darüber, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und sich in der modernen Welt den Kontakt, den er zum Leben braucht, bequem von zu Hause aus reinziehen kann und welche Folgen das hat, spricht niemand. Oder was ein derartiger technischer Ausfall bedeutet.

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