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Geld verbuddeln

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Symbolbilder Geld
Valérie
Jost

Ich bin 25. Scheinbar sollte ich jetzt mein Leben im Griff haben – zumindest, wenn ich mir die teureren Krankenkassenprämien und ÖV-Abos und die plötzlichen Lohnabzüge für die Pensionskasse anschaue. Seit Kurzem wird mir sogar auf Instagram Werbung für «vorteilhafte» Säule-3a-Lösungen von irgendwelchen Banken angezeigt. Anscheinend wird erwartet, dass man das mit 25 versteht.

Tue ich aber nicht.

Ich kann ohne Probleme stundenlang über Tattoo-Stile, Gleichberechtigung oder 80er-Hits fachsimplen. Aber Altersvorsorge? Kann man das essen? Für solche Panikmomente habe ich aber zum Glück zwei sehr gesunde Bewältigungs-Strategien (wie erwachsen ist das denn bitte!): Das Thema komplett ignorieren und später vor einem riesigen Scherbenhaufen stehen; oder an nichts anderes mehr denken und mich bei der Recherche total verausgaben.

Dieses Mal tue ich letzteres.

Der Unterschied zwischen gut und böse

Schnell bestätigen sich meine Vorurteile: Ersparnisse auf Spar- oder 3a-Konten zu bunkern, bringt kaum Erträge, Bankberater*innen ist nicht zu vertrauen und die Schweizer AHV ist für meine Generation so gut wie tot.

Das Tolle am Internet ist aber auch, dass es alle besser wissen als du. So werden mir zig Strategien angeboten, trotzdem nicht in Altersarmut zu versinken. Erstaunlich viele sind sich sogar einig: Der sicherste Weg, vorzusorgen, seien langfristige Investitionen in «Exchange Traded Funds». Uff. Noch etwas, das ich nicht verstehe.

Ich verbringe also mehrere Feierabende mit Erklärvideos voller farbiger Grafiken, die mir den Unterschied zwischen Aktien und Obligationen, thesaurierenden und ausschüttenden Fonds und sowieso zwischen Gut und Böse erklären. Noch nie hatte ich mehr Angst, mit meinem wenigen Geld das Falsche zu machen.

Wenn Sie also die wirklich ultimative Strategie haben: Schicken Sie mir bitte eine Brieftaube (mein panikschürendes Handy habe ich entsorgt). Sie finden mich im Garten, mein Geld verbuddeln.

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