×

Ein Saunaclub im Stägenbuck

Ein Saunaclub im Stägenbuck

Uhr
Das geplante Hallenbad auf dem Schulareal Stägenbuck könnte Dübendorfs grosser Coup werden. (Foto: PD)
Marco
Huber

Die Zustimmung war etwas verhalten. Doch das knappe Ja der Dübendorfer zum neuen Mehrzweckgebäude neben dem Kulturzentrum Obere Mühle hat gezeigt: Die Stadt ist bereit für den nächsten Schritt. Den Schritt, nicht nur auf dem Papier die Hauptstadt des Glattals zu sein, sondern diese Vormachtstellung auch zu demonstrieren.

Die Urbanisierung ist spürbar. Zum einen steht hier mit dem Jabee-Tower das höchste Wohnhaus der Schweiz. Zum anderen verpassen auch die Blechlawinen, die sich durch die Stadt wälzen, und die Abgase Dübi allmählich einen grossstädtischen Charakter.

Insbesondere kulturell ist die Stadt nicht mehr ein weisser Fleck auf der Landkarte. Im Gegenteil: Es scheint als würde die Stadt den grossen Eventlokalen Zürichs den Rang ablaufen. Danke Samsung Hall. Dort können Teenies zu David Hasselhoff kreischen und Erwachsene sich daran ergötzen, wie Till Lindemann Oralsex besingt. Und mit Shindy bald einer der angesagtesten Deutschrapper hierher.

Die Entwicklung steht der viertgrösste Stadt im Kanton gut an. Es braucht aber weitere grosse Würfe. Was der Glattal-Metropole fehlt, ist ein erweitertes Sport- und Wellness-Angebot. Es braucht ein Hallenbad mit dem gewissen Etwas.

In dieser Hinsicht hat der grössere Bruder östlich des Greifensees vorgespurt, verfügt er doch über ein modernes Olympia-Schwimmbecken. Damit kann das geplante Hallenbad Stägenbuck nicht mithalten. Noch nicht.

Der geniale Coup aber wäre ein Saunaklub. Damit hat Dübendorf ja bereits reichlich Erfahrung. Nur müsste jener im Stägenbuck von der Stadt unterhalten werden – am besten vom Sozialamt. Mit den überteuerten Tickets könnte das teure Hallenbad quersubventioniert werden. Zudem könnten dort die Krawallmacher vom Bahnhof relaxen. Um Diskriminierung zu verhindern, müsste der Club natürlich auch die «LGBTIQ+»-Community ansprechen. Damit könnte man auch gewisse politische Verfechter*innen für dieses Lichtturmprojekt begeistern.

Kommentar schreiben

Kommentar senden