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Mit Schrot gegen Fliegen

Mit Schrot gegen Fliegen

Uhr
Laurin
Eicher

Seit einigen Tagen teile ich meine vier Wände mit lästigen Mitbewohnern: Stubenfliegen, die Krach machen und gerne auf mir landen. Sie sind dabei so beharrlich, dass es nichts bringt, wenn ich sie verscheuche – die Tiere setzen jeweils sofort wieder von neuem auf, und machen sich mit ihrem Saugrüssel an meiner Haut zu schaffen.

Vor kurzem entschied ich mich, diesen Zweiflüglern den Kampf anzusagen. Ich wusste von einem amerikanischen Produkt namens «Bug-A-Salt», ein Gewehr aus Plastik, das Kochsalz schiessen kann. Doch weil ich, was Technisches betrifft, den Anspruch habe, möglichst alles selbst zu bauen, sagte ich mir: «Das kann ich besser!».

Im Keller fand ich in einer der vielen Umzugskartons zuunterst eine Luftpistole. Sie ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der wir uns als Teenager gegenseitig mit kleinen Plastikkugeln beschossen hatten. Aus der Küche nahm ich ein Teesieb, das ich für den Umbau des Laufes der Waffe zweckentfremdete. Mit einem kleinen Trichter aus einem Post-it-Zettel füllte ich Salz in den Lauf, ähnlich wie die Soldaten zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs ihre Vorderlader schussbereit machten.

Kaum war die Pistole geladen, waren aus unerklärlichen Gründen plötzlich alle Fliegen verschwunden. Es drängte sich mir die Frage auf, ob die Intelligenz dieser Insekten nicht doch massiv unterschätzt wird. Nach einer gefühlten Stunde konnte ich endlich eine Stubenfliege ins Visier nehmen. Ich drückte den Abzug, worauf mit einem Knall eine Ladung Schrot aus der Mündung schoss. Die Fliege wird in Sekundenbruchteilen regelrecht in Stücke gerissen.

Nun war ich zwar die nervige Fliege los. Doch jetzt ist mein schwarzes Ledersofa mit Delicatess-Meersalz-Kristallen und Fliegen-Stücken übersäht. Doch mit unerwünschten Nebeneffekten muss man am Anfang einer bahnbrechenden Erfindung rechnen.

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