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Die Angst vor den streiklustigen Frauen

Die Angst vor den streiklustigen Frauen

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SCHWEIZ ZUERICH 1. MAI
Kundgebungsteilnehmer laufen am traditionellen 1. Mai-Umzug, am Tag der Arbeit im Zeichen des Frauenstreiks in Zuerich, aufgenommen am Mittwoch, 1. Mai 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Bild: Keystone/Ennio Leanza
Laura
Cassani

Vier Wochen vor dem Frauenstreiktag am 14. Juni macht sich eine gewisse Nervosität breit im Land. Denn der Streik – der zweite in dieser Art nach 1991, als eine halbe Million Frauen ihre Berufs- und Hausarbeit niederlegten – könnte schweizweit ganz schön gross werden, munkelt man. Diejenigen, die es gerne sähen, dass alles so bleibt, wie es ist, haben also Grund, nervös zu sein. Und vielleicht haben sie auch ein bisschen Angst vor der geballten Protestwut der sonst gern als friedlich und kompromissbereit verschrienen Frauen in diesem Land.

Und so berichten streiklustige Frauen jetzt, einen Monat vor dem Streiktag, ganz schön viel Erheiterndes aus ihrem Leben in der ungerechten Welt da draussen. 

Da ist zum Beispiel die Rede von einem Polizisten in einer grösseren Schweizer Stadt, der bei den Verhandlungen für die Route der Demonstration geseufzt haben soll: «So viel Aufwand - und das für eine Minderheit.»

(In der Schweiz gibt es rund 70‘000 Frauen mehr als Männer.)

Da hört man von einer Personalabteilung, die den Frauen in ihrem Betrieb mitteilte, sie dürften sehr gerne an diesem «Aktionstag» mitmachen. Aber sie sollten bitte alles so organisieren, dass die Abläufe ohne Zwischenfälle weiter funktionieren.

(«Ein Streik ist eine Arbeitsniederlegung, kein Ferienplausch», sollen die weiblichen Angestellten erwidert haben. «Es wäre doch etwas komisch, wenn man das am Arbeitsplatz nicht merken würde.»)

Und da ist der Kollege, der ganz stolz zu seiner Arbeitskollegin ging und verkündete: «Also Karl und ich haben uns jetzt überlegt, was wir tun. Wir ziehen eine Langhaarperücke an und streiken mit euch mit.»

(«Ich habe kürzere Haare als du», sagte die Arbeitskollegin, so hört man. «Und trotzdem habe ich einen Scheisslohn.»)

Das kann ja heiter werden.

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