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Danke fürs Aufhellen der Stimmung, wir könnens gebrauchen

Danke fürs Aufhellen der Stimmung, wir könnens gebrauchen

Uhr
Thomas
Bacher

Nein, Dübendorf ist nicht gerade ein Hort der Freude und Glückseligkeit, das weiss ich als Ureinwohner nur zu gut. Eine typische Agglo-Stadt mit zunehmender Entfremdung, viel Verkehr und Flugzeuglärm von allen Seiten. Nicht zu vergessen die S5, die einfach am Bahnhof vorbeifährt, und die S15, die auch nie anhält. Und dann die vielen Verluste: Kantonsschule weg, Berufsberatung weg, Suchtprävention weg. Zu gross, dass man sich auf der Strasse grüsst, aber zu klein, um dies auf das städtische Flair zurückführen zu können.

Und dann noch die exotischen Duftnoten wie Bouillon-Rinderhirn-Erdbeere oder Erdnussflips-Schimmel-Moos, welche die Givaudan in die Dübendorfer Luft bläst. Wobei, genau aus dieser Richtung kommt nun Hoffnung auf Besserung. Denn die international tätige Herstellerin von Duft- und Aromastoffen hat nach eigenen Angaben einen kosmetischen Wirkstoff erfunden, der die Stimmung aufhellen soll. Nein, es handelt sich nicht um eine Spasssubstanz wie THC, LSD oder MDMA, sondern hat etwas mit Mikroalgen in der Bretagne zu tun.

Bitte grosszügig verteilen!

Damit wäre auch die Behauptung widerlegt, dass die Kühe, die sich an den Stränden Nordwestfrankreichs gierig über das angeschwemmte Grünzeug hermachen, an den Gasen des verrottenden Algenschlamms verenden. Vielmehr haben sich die Viecher einfach totgelacht.

So oder so wäre es schön, wenn die Givaudan den Wirkstoff in Dübendorf produzieren und hier auch gleich noch grosszügig in der Luft verteilen würde. Denn dann würde man endlich auch in Dübendorf von Fremden mit einem freundlichen Lächeln gegrüsst und auf offener Strasse leidenschaftlich umarmt. Und falls die Einwohner allenfalls doch immun sein sollten gegen die positive Wirkung des Stoffs, dann sorgt das Algengas wenigstens für ein schnelles Ende des Leidens in der Stadt an der Glatt.

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