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Ingo der Flamingo

Phoenicopteriformes büxt aus Kinderzoo aus

Ein Flamingo ist aus Knies Kinderzoo ausgebrochen und hat sich ein ausgiebiges Bad im Zürichsee gegönnt. Ein Rettungsteam konnte ihn mit Mühe wieder einfangen. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Redaktion
Tamedia
Dienstag, 15. November 2022, 12:33 Uhr Ingo der Flamingo

Einen Flamingo auf dem Lidoareal in Rapperswil: Das bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht. Franziska Widmer musste deshalb gleich zweimal hinschauen, als sie vor einigen Tagen um 9 Uhr morgens das Wassersportzentrum auf dem Lidoareal verliess und den Flamingo erblickte: Nur wenige Meter von ihr entfernt spazierte er dem Strandweg entlang. «Ähm, okay, ich glaube Knies Kinderzoo vermisst einen Flamingo», postete sie die Story mit einem Video auf Instagram.

Es dauerte nicht lange, bis die Geschichte auch den Kinderzoo erreichte. «Ich musste da nicht einmal selbst anrufen», sagt Widmer. Unterdessen bewegte sich der Flamingo auch schon in gemächlichem Tempo Richtung Zoo, wo er hingehört.

Mit Blaulicht und Sirene

Um die Mittagszeit kam es dann dennoch zu einer Rettungsaktion auf dem Zürichsee. Franziska Widmers Bruder Lukas Widmer, Trainer beim Regionalen Leistungszentrum in Rapperswil-Jona, wurde Zeuge, wie Ruedi Keller und Seline Blaser vom Grosstier-Rettungsdienst mit Blaulicht, Sirene und Pferdeanhänger anrückten.

Zu ihnen gesellten sich Zootierarzt Wolfgang Zenker mit Hund Sibo sowie eine Tierpflegerin im Trockenanzug. Im Gummiboot und ausgerüstet mit Keschernetz machte sich das Rettungsteam alsbald auf die Suche nach dem rosa Vogel.

Leicht machte es ihnen dieser aber nicht. Er hielt sie ordentlich auf Trab. Im Schilf bei der Hochschule Ost ging ihnen der Ausreisser schliesslich ins Netz.

Die Mitarbeiter vom Grosstier-Rettungsdienst sind spektakuläre Aktionen gewohnt. So schreckten sie auch schon vor Helikopterflügen nicht zurück, um zum Beispiel eine Kuh aus einer Jauchegrube zu ziehen. Ein Aufgebot, einen Flamingo auf dem Zürichsee zu retten, bekommen sie aber auch nicht alle Tage.

Ingo, der Instagram-Star

«Es ist ein junger Flamingo, der seit zwei Jahren bei uns lebt», sagt Zootierarzt Wolfgang Zenker auf Anfrage. Es seien ein paar Anläufe nötig gewesen, um das Tier einzufangen. Die Tierpflegerin habe den Flamingo schliesslich unter dem Arm zum Zoo zurückgebracht.

Und nur wenig später sei er wieder mit seinen rosaroten Kollegen vereint gewesen. Vorher hätten die Zoomitarbeiter aber noch die Gelegenheit genutzt, seine Flügel zu stutzen: «Sonst fliegt er bald wieder davon», sagt Zenker.

Auf Instagram kursiert der Flamingo bereits mit einem Namen: Ingo der Flamingo. Franziska Widmer freut sich derweil auf weitere ungewöhnliche Sichtungen in Rapperswil: «Nach Ingo der Flamingo bin ich gespannt, was mir als Nächstes über den Weg läuft. Vielleicht eine Giraffe?»

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