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800 Massnahmekritiker in Bern

Polizei setzt Wasserwerfer an Corona-Demo ein

Die Berner Polizei ist am Donnerstagabend erneut mit Gummischrot und Wasserwerfern gegen Teilnehmer einer unbewilligten Corona-Demo vorgegangen. Etwa 800 Massnahmenkritiker hatten sich an der Kundgebung beteiligt.

Agentur
sda
Freitag, 24. September 2021, 08:18 Uhr 800 Massnahmekritiker in Bern

Insgesamt 13 Personen seien für weitere Abklärungen auf den Polizeiposten gebracht worden, teilte die Kantonspolizei Bern am frühen Freitagmorgen mit. Davon seien sieben Personen der Polizei bereits bei ähnlichen Kundgebungen aufgefallen. Die Polizei führte zahlreiche Personenkontrollen durch. Es kam zu rund 60 Wegweisungen.

Die betroffenen Personen müssen teilweise mit Anzeigen unter anderem wegen Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Beamte rechnen. Die Polizei stellte Vermummungsmaterial sowie Gegenstände wie Messer und Schraubenzieher sicher.

Verletzte habe es weder bei der Polizei noch unter den Demonstranten gegeben. Jedenfalls lägen der Polizei keine entsprechenden Informationen vor. Die Sanitätspolizei sei dagegen zum Einsatz gekommen, da eine Person ein medizinisches Problem gehabt habe.

Umzug zunächst toleriert

Die Polizei hatte zunächst einen Umzug vom Bahnhof in die Altstadt und zurück toleriert. Im Rummel des Abendverkaufs zogen die Massnahmengegner durch die Gassen und skandierten "Liberté" (auf Deutsch: Freiheit). Viele trugen Blumen als Zeichen des friedlichen Widerstands auf sich.

Laut Angaben der Ordnungskräfte wurden aber zum Teil auch Pyrotechnika gezündet und Gegenstände gegen Einsatzkräfte geworfen. Daraufhin feuerte die Polizei Gummigeschosse ab.

Gleich zu mehreren Einsätzen mit Wasserwerfern und Gummischrot kam es nach 21.00 Uhr, als sich die Demonstrierenden Richtung Bundeshaus bewegen wollten, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Laut Polizei versuchten mehrere Personen, vor dem Bundeshaus eine Sperre zu durchbrechen. Diese wurden zurückgedrängt. Kurzzeitig spielten sich in der Gegend rund um den Bahnhof chaotische Szenen ab.

Polizisten in Kampfausrüstung

Den Bundesplatz hatte die Polizei schon am frühen Abend mit Gittern abgeriegelt und Polizisten in Kampfmontur postiert. Vor dem Bundeshaus hatte es am Donnerstag vergangener Woche Ausschreitungen gegeben, gegen welche die Polizei ebenfalls mit Wasserwerfern, Reizmittel und Gummischrot vorgegangen war.

Schon damals lag keine Bewilligung für die Kundgebung vor. Die Berner Stadtregierung hatte daraufhin angekündigt, sie wolle keine unbewilligten Demonstration mehr tolerieren. Die andauernden Kundgebungen seien eine grosse Belastung für die Stadt, hatte Sicherheitsdirektor Reto Nause (Mitte) erklärt.

Polizei verhindert Demo in Willisau

In der Luzerner Stadt Willisau verhinderte die Polizei am Donnerstagabend eine unbewilligte Demonstration gegen die Corona-Schutzmassnahmen. Die Polizei kontrollierte rund 60 Menschen und wies diese weg.

Die Polizei hielt laut Mitteilung beim Eingang zur Altstadt eine "kleine Gruppe" von sogenannten "Freiheitstrychlern" auf. Auch diese wurde weggewiesen. Die Ordnungshüter wollten in den nächsten Tagen prüfen, ob sie zusätzliche Personen anzeigen.

SCHWEIZ WILLISAU CORONA DEMONSTRATION
Die Luzerner Polizei riegelt die Altstdt von Willisau ab, vor der unbewilligten Demonstration von Corona-Massnahmenkritikern vom Donnerstag, 23. September 2021 in Willisau im Kanton Luzern.
Foto: KEYSTONE/Urs Flueeler
SCHWEIZ WILLISAU CORONA DEMONSTRATION
Eine Gruppe Massnahme-Kritiker wird von der Polizei gestoppt.
Foto: KEYSTONE/Urs Flüeler

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