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Zwangsräumung stand bevor

Mann richtet sich in brennendem Haus selbst

Ein Mann, dessen Haus geräumt werden sollte, hat sich am Montagmorgen in Zürich suizidiert.

Redaktion
Züriost
Montag, 17. Mai 2021, 12:18 Uhr Zwangsräumung stand bevor
Die Löscharbeiten an der Liegenschaft im Kreis 7 sind noch in Gang.
Symbolfoto: Stadtpolizei Zürich

Am Montagmorgen kam es im Zusammenhang mit der Zwangsausweisung aus einer Liegenschaft im Kreis 7 in Zürich zu einem Brand. Der Bewohner des betroffenen Hauses gab zudem Schüsse ab und richtete sich in der Folge selbst.

Wie die Stadtpolizei in einer Mitteilung schreibt, traf eine Patrouille der Polizei kurz nach 8 Uhr ein,  der zuständige Stadtammann habe die Exmission starten wollen, doch war der Eingang zum Einfamilienhaus durch einen querliegenden Baumstamm blockiert. Aus diesem Grund musste die Feuerwehr von Schutz & Rettung Zürich aufgeboten werden.

Knall gehört

Als diese den Baumstamm entfernen wollten, bemerkten sie, dass es im Innern des Hauses brannte. Zudem hätten sie einen Knall gehört, der sich wie eine Schussabgabe anhörte. Aus Sicherheitsgründen hätten sich die Einsatzkräfte sofort zurückgezogen.

In der Folge rückte die Stadtpolizei mit einem grösseren Aufgebot an die Sonnenbergstrasse aus. Das Gebiet wurde grossräumig abgesperrt. Die Sondereinheit Skorpion sowie die Verhandlungsgruppe der Stadtpolizei Zürich wurden beigezogen. In der Zwischenzeit drohte der Hausbewohner mit einem Schusswaffeneinsatz gegen Drittpersonen. Aus diesem Grund versuchten Spezialisten der Verhandlungsgruppe vergeblich, telefonisch mit dem Mann in Kontakt zu treten.

Mann erscheint auf Balkon

Gegen 9.15 Uhr hörten die Einsatzkräfte erneut Knallgeräusche. Einige Minuten später erschien der Mann auf dem Balkon im Obergeschoss der brennenden Liegenschaft und richtete sich selbst. Anschliessend startete die Berufsfeuerwehr von Schutz & Rettung Zürich mit den Löscharbeiten.

Gemäss jetzigen Erkenntnissen sind keine weiteren Personen zu Schaden gekommen. Zur Abklärung der Brandursache wurden Brandermittler der Kantonspolizei Zürich aufgeboten. Spezialisten des Forensischen Instituts rückten zur Spurensicherung aus. Die weiteren Ermittlungen werden durch die zuständige Staatsanwaltschaft sowie Detektive der Stadtpolizei Zürich geführt.

Aufgrund der drohenden Einsturzgefahr können die Löscharbeiten nur von aussen erfolgen. Die Löscharbeiten sind derzeit noch im Gang. Zur Unterstützung der Einsatzleitung steht die Drohne im Einsatz. 

Brauchen Sie Hilfe?

Folgende Adressen bieten Menschen, die sich in einer suizidalen Krise befinden:

-Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143 www.143.ch
-Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147 www.147.ch
-Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.ch

Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben, können sich an folgende Adressen wenden:

-Refugium – Verein für Hinterbliebene nach Suizid: www.verein-refugium.ch
-Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils: www.nebelmeer.net

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