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Polizei- und Feuerwehreinsätze in der Silvesternacht

Über 100 Feiernde an illegaler Silvesterparty in Volketswil

Im ehemaligen Waro-Haus in Volketswil feierten über 100 Gäste eine illegale Party, bis diese von der Polizei aufgelöst wurde. Rund 25 Personen wurden verzeigt - der Rest konnte sich davonschleichen.

Laura
Hertel
Freitag, 01. Januar 2021, 10:57 Uhr Polizei- und Feuerwehreinsätze in der Silvesternacht

In Volketswil stieg in der Silvesternacht eine illegale Party mit über hundert Gästen, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt. Innert kürzester Zeit seien diverse Polizeifunktionäre aus dem ganzen Kanton vor Ort zusammengezogen worden. Kurz nach Mitternacht konnte die Feier aufgelöst werden.

Die Veranstaltung fand in einer leerstehenden Gewerbehalle statt. Mediensprecher Florian Frei bestätigt, dass es sich dabei um das ehemalige Waro-Gebäude im Industriegebiet Volketswils handelt. Das einstige Einkaufshaus mit zwei Parkgeschossen ist seit dessen Leerstand vor rund fünf Jahren ein beliebter Aufenthaltsort von Vandalen – davon zeugen mitunter zahlreiche Graffiti und zerschlagene Scheiben. Die Kantonspolizei musste deswegen schon mehrfach ausrücken. In der Silvesternacht diente das verlassene Gebäude als geheime Party-Location.

Geheimhaltung des Veranstaltungsorts

Eine Leserreporterin sagte gegenüber «20 Minuten», dass Partygäste gegen 22 Uhr über eine App darüber informiert worden seien, sie sollten beim Lidl in Volketswil den Ballonen folgen. Viele Jugendliche seien auf diese Weise zum Veranstaltungsort gepilgert. Von der Polizei hätten sie im Nachhinein erfahren, dass die Veranstalter in das Gebäude eingebrochen seien, um die Party zu organisieren. Der Einbruch ist noch nicht von der Kantonspolizei Zürich bestätigt, die Ermittlungen dazu seien im Gange.

Gemäss Frei erreichten die Kantonspolizei bereits vor der Silvesternacht diverse Hinweise bezüglich einer allfälligen Party in Volketswil. Der genaue Veranstaltungsort sei allerdings noch nicht bekannt gewesen. Als die Party ihren Lauf nahm, meldeten sich mitunter Personen aus der Nachbarschaft bei der Kantonspolizei, woraufhin Polizisten mit Hunden ausrückten, das Gebäude umstellten und die illegale Party kurz nach Mitternacht auflösen konnten.

«Aufgrund der örtlichen Begebenheiten konnten sich beim Polizeieinsatz viele davonschleichen.»

Florian Frei, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich

Dabei wurden rund 25 Jugendliche und junge Erwachsene kontrolliert und nach Angabe ihrer Personalien weggewiesen. Sie werden wegen der Missachtung der Corona-Verordnung beim zuständigen Statthalteramt Uster verzeigt. Die Kantonspolizei führt in diesem Zusammenhang weitere Ermittlungen durch.

Die übrigen der mehr als 100 Feiernden sind einer Verzeigung entkommen. «Aufgrund der örtlichen Begebenheiten konnten sich beim Polizeieinsatz viele davonschleichen», sagt Frei. Ein Leserreporter äusserte gegenüber «20 Minuten» den Verdacht, dass in der Halle Tränengas und Pfefferspray eingesetzt wurde. Viele Leute hätten draussen stark gehustet. Die Kantonspolizei stellt jedoch klar, dass die Einsatzkräfte weder Tränengas noch Pfefferspray eingesetzt hätten.

Mehr Einsätze als im Vorjahr

Im Kanton Zürich war es die einzige illegale Veranstaltung dieser Grösse, von der die Polizei weiss. Insgesamt gingen Frei zufolge in dieser Silvesternacht mehr Meldungen bei der Kantonspolizei ein als in den Jahren zuvor. Der Grund dafür seien die Meldungen wegen Nichteinhaltung der Corona-Regeln, die dieses Jahr neu dazu kamen. Die üblichen Meldungen bezüglich Feuerwerk oder Ruhestörung lagen diesmal hingegen etwas unter dem Durchschnitt, so Frei.

Die Kantonspolizei St. Gallen vermeldet mehrere Einsätze in Rapperswil-Jona: Ein Jugendlicher wurde beim Vorbeifahren mit dem Velo von Feuerwerk getroffen und leicht verletzt. Es war keine Hospitalisierung notwendig, so die Kantonspolizei. Ein weiterer Vorfall ereignete sich auf dem Schlüsselplatz. Dort seien zwei junge Männer von mehreren Männern mit Faustschlägen und Tritten traktiert worden. Einer davon sei dabei leicht verletzt worden und musste ins Spital gebracht werden.

Ein rauchender Abfalleimer in Wetzikon

Für die Feuerwehr Zürich gestaltete sich die Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar mit einem Wohnungsbrand und rund einem halben Duzend brennender Container arbeitsintensiv. Bei den regionalen Feuerwehren Uster und Wetzikon hingegen verliefen die Stunden ruhig: Der Ustermer Kommandant Sascha Zollinger vermeldet gar keinen Einsatz in der Silvesternacht, und die Feuerwehr Wetzikon rückte gemäss Kommandant René Ehrenmann einmal aus. Der Grund: ein rauchender Abfalleimer an der Messikommerstrasse. 

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