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Eigenartige Einsätze

Wegen diesen kuriosen Fällen mussten die Regionalpolizeien 2020 ausrücken

Ein Hobby-Archäologe, ein Velo in luftiger Höhe und ein führerloses Pferdegespann: Die Arbeit der regionalen Polizeikorps kann zuweilen durchaus ziemlich komisch sein.

Marco
Huber
Donnerstag, 10. Dezember 2020, 14:47 Uhr Eigenartige Einsätze
Ab und zu werden Polizisten auch zu skurrilen Einsätzen gerufen.
Archivfoto: Christian Merz

Wie für fast alle Berufsgruppen war es auch für die Polizistinnen und Polizisten ein spezielles Jahr. Während sie normalerweise Geschwindigkeitskontrollen durchführen, die Halter falsch parkierter Autos büssen oder vielleicht einmal eine Prügelei unter Jugendlichen auflösen, standen 2020 Aufgaben wie Corona-Spezialpatrouillen in Parks, am See oder auf Sportplätzen im Vordergrund. Es galt, die Abstandsregeln zu überprüfen oder zu grosse Menschenansammlungen nötigenfalls aufzulösen.

Darüber hinaus gab es aber den einen oder anderen Einsatz, den die involvierten Ordnungshüter wohl nicht so schnell vergessen werden. Nicht, weil dieser besonders actionreich, sondern vor allem kurios war und zum schmunzeln anregt.

 

Diese wertvollen, antiken Gegenstände wurden bei einem Hobby-Archäologen sichergestellt. (Foto: PD)

Der Hobby-Archäologe von Uster


An einem Novembertag kontrollierte die Stadtpolizei einen Hobby-Schatzsucher in einem Waldstück in Uster. Er suchte mit einem Metalldetektor den Boden ab. Dafür hatte der 33-Jährige allerdings keine Bewilligung. Im Zuge einer späteren Hausdurchsuchung kamen über 1000 archäologische Funde zum Vorschein – unter anderem auch Münzen, Fibeln und Schnallen aus der Kelten- und Römerzeit. Diese mussten sichergestellt, dokumentiert und dem Amt für Raumentwicklung – Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich übergeben werden.

 

Wenn der Fernsehsessel Feuer fängt


Es ging eine Meldung ein, wonach es in einer Wohnung an der Burgstrasse brenne. Die Stützpunktfeuerwehr, der Rettungsdienst und die Stadtpolizei Uster rückten umgehend aus. Vor Ort zeigte sich, dass ein Fernsehsessel die mögliche Brandursache war. Nach ersten Abklärungen hatte die Wohnungsmieterin die Fernbedienung betätigt, um die Lehne des Sessels zu verstellen. Daraufhin stich eine Flamme aus dem Möbel. Die Frau reagierte blitzschnell und bekämpfte die Flamme mit einer Löschdecke. Es entstand Sachschaden.

Am Pfäffiker Seequai hing eines Tages ein Velo oben in der Baumkrone. (Foto: PD)

Kunst am Baum


Eines Tages wurde der Kommunalpolizei Region Pfäffikon gemeldet, dass am Seequai ein Fahrrad an einem hochstämmigen Baum hängt. Die unbekannten Nachtschwärmer haben dabei keinen Aufwand gescheut und das Fahrrad so hoch aufgehängt, dass es durch die Feuerwehr mit der Autodrehleiter heruntergeholt werden musste. Wer hinter der eigenartigen Luftnummer steckt und wie lange das Fahrrad in der Baumkrone die Seesicht geniessen konnte, ist nicht bekannt.

 

Der besoffene Papi


Es gibt Eltern, die nutzen das Auto, um ihren Nachwuchs von der Schule abzuholen. Einige scheinen einen Express-Führerschein zu haben. So geschehen in Fehraltorf. Ein Vater bretterte im Innerortsbereich gleich mit 102 Kilometern pro Stunde über den Asphalt und raste an mehreren Fussgängerstreifen vorbei, ehe er vom Blitzer erfasst wurde. Ihm wurde der Führerausweis an Ort und Stelle abgenommen. Der alkoholisierte Vater gab an, dass er seine Kinder von der Schule abholen wollte.

 

Fahrraddieb oder Hobbyfotograf?


Ein Mann entwendete mitten am Tag ein Fahrrad aus dem Unterstrand am Bahnhof Pfäffikon. Da das Hinterrad durch ein Fahrradschloss blockiert war, schob er das Fahrrad kurzerhand nach Hause. Einer Passantin kam dies verdächtig vor. Sie schaltete die Kommunalpolizei Region Pfäffikon ein, die den Fahrraddieb an seinem Wohnort überführen konnte. Seine Begründung wirkte schrullig. So gab er an, dass er gezielt nach einem Fahrrad mit Hydraulik-Bremsen Ausschau gehalten habe. Er habe das Fahrrad lediglich nach Hause genommen, um ein Foto der Hinterradbremse zu machen. Dies wollte er tun, um zu schauen, ob eventuell dieser spezielle Bremstyp auch auf sein eigenes Fahrrad passen würde. Ob er das Fahrrad, wie er unermüdlich betonte, nach dem Fotoshooting wieder zurückgebracht hätte, bleibt ungeklärt.

Immer wieder kollidieren Autos mit einer Wildsau. (Symbolfoto: Pixabay)

Ein Schaf, das eigentlich eine Wildsau ist


Nicht schlecht haben die ausrückenden Polizisten gestaunt, als sie an einen Verkehrsunfall in Russikon ausgerückt sind. Ein Fahrzeuglenker meldete, dass er eine Kollision mit einem Schaf hatte. Vor Ort stellten die Polizisten fest, dass es eine kleine Wildsau war.

 

Die Kutsche ohne Kutscher


In Russikon wurde auf der Strasse ein Pferdegespann ohne Lenker gesichtet. Der meldende Bürger machte sich grosse Sorgen und meldete dies der Kommunalpolizei. Des Rätsels Lösung: Der Kutscher ob gross oder klein, egal, jedenfalls sass er tief und war schwer zu sehen.

Zuweilen geschehen in Tiefgaragen seltsame Dinge. (Archivfoto: sbo)

Wenn das Fahrzeuge zur Toilette wird


Es gibt positive und negative Überraschungen: Man stelle sich vor, man will in sein Auto steigen, das in der öffentlichen Tiefgarage abgestellt ist. So weit, so gut, denn jetzt wird dieser Polizeieinsatz gar poetisch protokolliert:

Irgendein Hornochse hat den Fahrzeuginnenraum,
glatt verwechselt mit einem Baum.
Und so ist es dann passiert, 
der Schmutzfink hat prompt darin uriniert.
Es ist auch nichts mehr mit blinken, denn der Flegel,
zerbrach auch gleich den Blinkerhebel.
Als ob das nicht genug wäre, hat er mit seinem Fudi,
dieser unverschämte Sauludi,
daneben einen Haufen gesetzt,
da wäre jeder hoch entsetzt.
Doch kommen wir zum Positiven, denn der Kot,
brachte die Wage wieder ins Lot.
Er hat den Täter überführt,
der hoffentlich die Härte des Gesetzes spürt.

Peter Andenmatten, Polizei Region Pfäffikon 

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