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Stadtpolizei Uster greift ein

Hobby-Schatzsucher ist 1000 Fundstücke wieder los

Ein 33-Jähriger hat sich ohne Bewilligung auf die Suche nach Kelten- und Römerschätzen gemacht. Seine Trophäen ist er nun wieder los.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 25. November 2020, 18:28 Uhr Stadtpolizei Uster greift ein

Am vergangenen Freitag, dem 20. November, kontrollierte die Stadtpolizei Uster einen Hobby-Schatzsucher in einem Waldstück in Uster, wie sie heute bekanntgegeben hat. Der Mann war einer Patrouille nach dem Eindunkeln um 17 Uhr in einem Waldstück in der Nähe des Autobahnanschlusses Uster-West aufgefallen. Bei genauerem Hinsehen konnten die Polizisten erkennen, dass der Verdächtige mit einem Metalldetektor nach Bodenschätzen suchte.

Funde gehören dem Kanton

Die anschliessende Kontrolle hat laut Polizei ergeben, dass der 33-jährige Hobby-Schatzsucher keine Bewilligung für die Suche vorlegen konnte. Da der Mann aber archäologisches Fundgut auf sich trug und mit entsprechendem Werkzeug ausgestattet war, hätten sich weitere Ermittlungen aufgedrängt. 

Münzen und Schnallen wurden beim Hobby-Schatzsucher gefunden. (Foto: Stapo Uster)

Die Abklärungen ergaben, dass archäologische Funde, die auf zürcherischem Gebiet gefunden werden, dem Kanton Zürich gehören. Zudem ist die aktive Suche nach archäologischem Kulturgut nur mit Bewilligung der Kantonsarchäologie erlaubt.

Münzen, Fibeln und Schnallen

Nach Absprache mit der Untersuchungsbehörde wurde eine Hausdurchsuchung angeordnet. Im Zuge dieser Durchsuchung kamen gemäss Polizeiangaben über 1000 archäologische Funde zum Vorschein – unter anderem auch viele Münzen, Fibeln, also Gewandnadeln, und Schnallen aus der Kelten- und Römerzeit. Diese wurden sichergestellt, dokumentiert und dem Amt für Raumentwicklung / Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich weitergeleitet.

Der Mann wird sich nun vor dem Statthalteramt Uster für die verbotene Suche verantworten müssen.

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Was bringen einem Privatmenschen diese Funde? Sollten diese nicht vielmehr erforschbar sein und nicht einfach irgendwo aus ihrer Schicht herausgerissen werden? Hoffentlich hat er genau dokumentiert wo diese Funde gemacht wurden, ansonsten zerstört er ganz klar Wissen über die Vergangenheit. Jeder Sondengänger weiss ganz genau, dass er illegal handelt. Eine Legalisierung und Schulung wäre jedoch sicher eine gute Sache um Freiwillige in diese -ich glaube Prospektion genannte- Arbeit einzuweisen und auf gewisse wissenschaftliche Fragestellungen und Schichtzusammenhänge zu sensibilisieren.

Legalisiert doch endlich die Sondengängerei unter Auflagen.
Eigentlich wäre es eine Aufgabe für die Kantonsarchäologie, die Sondengänger auszubilden wie schon in Teilen Deutschlands und somit für ihre Zwecke zu gewinnen. Beiden wäre gedient.

Immer jeden Sondengänger sofort melden. Durch Polizei überprüfen lassen. Die Mehrzahl läuft illegal mit ihren Sonden durch Wald und Wiese, auf der suche nach Kulturgut. Kennzeichen aufschreiben, der Polizei mitteilen!

Das Verhalten der Polizei und des Staates ist völlig daneben! Auch wenn möglicherweise die Fundgegenstände aus amtlicher Sicht dem Kanton ZH gehören, hoffe ich, dass er zumindest für die Fundstücke entschädigt und vorallem auch STRAFFREI ausgehen wird.

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