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Mehrere Todesopfer

Tragisches Canyoning-Unglück

Agentur
sda
Donnerstag, 13. August 2020, 10:32 Uhr Mehrere Todesopfer
Noch dauert die Suche nach einem Vermissten weiter an. Die Zufahrt zur Unfallstelle bleibt deshalb bis auf Weiteres gesperrt.
Foto: Keystone

Bei einem Canyoning-Unfall in der Parlitobelschlucht bei Vättis (SG) sind am Mittwochabend mindestens drei Personen ums Leben gekommen. Es handelt sich um spanische Touristen. Ein Mann wird noch vermisst.

Die Touristen waren ohne Guide unterwegs, sagte Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Nach einem heftigen Gewitter waren die vier Männer als vermisst gemeldet worden. Drei Männer wurden bereits in der Nacht tot aufgefunden. Ein vierter Mann werde immer noch vermisst.

Die Wetterbedingungen hatten in der Nacht für eine Unterbrechung der Suche gesorgt. Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden wurde der Einsatz wieder aufgenommen. Es steht ein Grossaufgebot von Rettungskräften im Einsatz.

40 Millimeter Regen am Unglücksort

Laut SRF Meteo waren zur Zeit des Unglücks lokal heftige Gewitter mit grossen Regenmengen erwartet worden. Das Gewitter sei von der Zentralschweiz nach Glarus und weiter bis Vättis gezogen, wo um 18.30 Uhr am Unglücksort südlich von Vättis eine Regenmenge von rund 40 Millimetern verzeichnet wurde. Das Gewitter erreichte laut SRF Meteo die Gefahrenstufe 2 von 3 gemäss europäischen Standards. Zudem hatten Wetterdienste davor gewarnt.

Genauere Informationen zum Unfallhergang werden von der Kantonspolizei St. Gallen am Nachmittag bekannt gegeben. Die Zufahrt zur Unfallstelle wurde gesperrt.

Immer wieder Unfälle

In der Schweiz ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Canyoning-Unfällen gekommen. Das schwerste Unglück ereignete sich 1999, als im Saxetbach im Berner Oberland 18 Touristen und drei Guides ums Leben kamen.

Als Folge dieses Unglückes wurden Sicherheitsmassnahmen beim Canyoning in der Schweiz verschärft. 2014 trat das Risikoaktivitätengesetz in Kraft. Dennoch kam es auch danach immer wieder zu Canyoning-Unglücken, namentlich im Tessin. Beim Canyoning werden enge Gebirgsschluchten mit Flüssen durchwandert und durchklettert.

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