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Langfinger leiden unter Lockdown

Einbrüche in Wohnhäuser sind stark zurückgegangen

Die letzten Monate verbrachten die meisten grösstenteils zu Hause. Das schreckte viele Einbrecher ab. Die Kantonspolizei Zürich verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Einbruchszahlen.

Andreas
Kurz
Samstag, 27. Juni 2020, 10:00 Uhr Langfinger leiden unter Lockdown
Anstelle von Wohnhäusern wichen die Einbrecher während des Lockdowns dafür vermehrt auf Gewerbeliegenschaften aus.
Archivfoto: Mike Gadient

Die Grenzen sind geschlossen und ein Grossteil der Bevölkerung sitzt den ganzen Tag in den eigenen vier Wänden. Während des Lockdowns herrschten hierzulande nicht gerade ideale Bedingungen für Berufseinbrecher und Kriminaltouristen. Zwar schläft das Verbrechen bekanntlich nie, doch auch in dieser Branche scheint es so etwas wie eine Corona-bedingte Kurzarbeit zu geben. Diese Vermutung legen zumindest Angaben der Kantonspolizei Zürich nahe.

Wie Sprecherin Carmen Surber auf Anfrage bekannt gibt, verzeichnete die Kantonspolizei bei Einbrüchen in Wohnobjekte in den Monaten März bis Juni einen Rückgang der Fallzahlen um rund 35 Prozent. Doch offenbar zeigten sich die Langfinger flexibel. Sie wichen einfach auf andere Ziele aus. «Die Einbrüche in Gewerbe- und ähnliche Objekte sind in dieser Zeit jedoch um zirka 15 Prozent angestiegen», sagt Surber.

Tiefe Aufklärungsquote

Gemäss der Kriminalstatistik der Kantonspolizei ereignet sich im Kanton Zürich etwa alle 90 Minuten ein Einbruchdiebstahl. Die mit Abstand beliebtesten Ziele sind Mehr- und Einfamilienhäuser. Fast zwei Drittel aller Einbrüche entfallen auf diese Kategorien. Wegen des starken Rückgangs der Fallzahlen bei den Wohnhäusern dürfte die Zahl der Einbrüche während des Lockdowns also auch insgesamt abgenommen haben.

Für die Betroffenen ist das natürlich ein schwacher Trost. Kommt hinzu, dass die Aufklärungsquote bei Einbrüchen gemäss Statistik zu den tiefsten aller erfassten Delikte gehört. Nur gerade jeden achten Fall kann die Kantonspolizei aufklären. Tiefer ist die Zahl nur noch bei den Fahrzeugdiebstählen. Dort liegt die Aufklärungsquote lediglich bei 6 Prozent. Zum Vergleich: Bei Tötungsdelikten lag sie vergangenes Jahr bei 100 Prozent.

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