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Polizei fasst geständigen Täter

Tötungsdelikt in Dübendorf

Polizei fasst geständigen Täter

In Dübendorf ist am Mittwoch eine 29-Jährige tot auf einem Parkplatz aufgefunden worden. Nun wurde ein tatverdächtiger Stalker des Opfers gefasst. Er hat die Tat gestanden.

Jennifer
Furer
Freitag, 15. Februar 2019, 11:45 Uhr Tötungsdelikt in Dübendorf
Maritza Pulgarin, eine Nachbarin der Toten, ist aufgewühlt. Sie sah ihre Nachbarin auf dem Parkplatz liegen.

Die Staatsanwaltschaft Zürich meldete sich am Freitagmittag in einer Medienmitteilung zu Wort: Der mutmassliche Täter ist festgenommen worden. Hinweise aus der Bevölkerung hätten zur Identifizierung des Mannes geführt, der verdächtigt wird, eine 29-Jährige am Mittwochmorgen in Dübendorf getötet zu haben. 

Der psychisch beeinträchtigte Schweizer aus dem Kanton Zürich wurde am Donnerstag an seinem Wohnort durch die Kantonspolizei Zürich festgenommen und der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich zugeführt. Er hat die Tat gestanden. Die Oberstaatsanwaltschaft bestätigt, dass es sich beim Festgenommenen um einen Stalker des Opfers handelt. Die Hintergründe und das Motiv der Tat sind Gegenstand der laufenden Untersuchung. Die Staatsanwaltschaft hat beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragt.

Eine 29-jährige Dübendorferin war am Mittwoch Opfer eines Tötungsdelikts geworden. Sie wurde um 7.30 Uhr leblos auf einem Parkplatz im Flugfeld-Quartier aufgefunden, nur wenige Meter neben ihrer Wohnung. Die sofort ausgerückten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der 29-jährigen Dübendorferin feststellen. Laut Augenzeugen kam es zuvor zu einem Streit. Ratnam Sivasri, der im gleichen Wohnhaus wie die Getötete lebt, sagte zu Züriost: «Ich habe zwischen 6 und 7 Uhr einen lauten Schrei von einer Frau gehört.» Daraufhin habe er drei dumpfe Geräusche wahrgenommen. «Dann gab es einen Knall.»

 

«Meine Freundin hat mir von ihm erzählt.»

Partner des Opfers

Fest steht, dass es sich beim geständigen Täter nicht um jenen Nutzer handelt, der die Getötete auf Instagram belästigt hatte. Dieser hatte unter Bildern eine Vielzahl belästigende und zum Teil auch aggressive Kommentare geschrieben. «Schick mir Fotos» und «Du bist sehr sexy», heisst es etwa. Die 29-Jährige antwortet nur einmal: «Was willst du? Lass mich in Ruhe.» Ein Bild, auf dem die 29-Jährige innig von ihrem Freund umarmt wird, kommentiert der gleiche Nutzer mit wütenden Emojis.

Stalker wurde offenbar angezeigt

Ein möglicher Hinweis auf den Mann, der nun in Haft ist, könnte der Partner der Getöteten geliefert haben. Er sagte bei der Polizei aus, dass seine Freundin einen Stalker gehabt haben soll, wie er auch gegenüber dem ZO/AvU erklärte. «Meine Freundin hat mir von ihm erzählt. Ich vermute, es war ein Ex-Freund von ihr», meint der Partner. Es heisst, dass die 29-Jährige die Polizei über den Stalker informiert habe. 

Im März vergangenen Jahres soll sie ihn angezeigt haben, nachdem er sie mit Nachrichten bombardiert und mit Geschenken überhäuft habe. Der Stalker habe sie auch abgepasst. Die Polizei habe gesagt, dass sie nichts tun könne, solange nichts strafrechtlich Relevantes passiert sei. Erich Wenzinger, Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft, sagt auf Anfrage: «Der verhaftete Täter war vor der Tat weder der Kantonspolizei Zürich noch der Zürcher Staatsanwaltschaft bekannt.» Man kläre nun ab, ob und wo eine allfällige Anzeige eingereicht worden sei.

Partner freigelassen

Nach der Tat rückte zuerst der Freund der Toten ins Visier der Ermittler. Wie er sagte, sei er nach wenigen Stunden aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. «Mir geht es nicht gut», sagte der Mann, der sechs Jahre mit der 29-Jährigen in einer Beziehung gelebt hat. Er habe noch am Morgen mit seiner Partnerin Nachrichten ausgetauscht. Während er am Arbeiten war, habe er vom Tod seiner Freundin erfahren.

Dass nun der mutmassliche Täter festgenommen wurde, sei für das Umfeld des Opfers eine Erleichterung. «Jetzt haben wir wenigstens die Gewissheit, dass der Täter nicht mehr frei herumläuft», heisst es.

 

Vom Balkon eines Anwohners aus: Die Polizei sichert die Spuren. (Bild: Jennifer Furer)
Hier wurde die 29-jährige Tote gefunden: ein Parkplatz unweit des Schulhaus Flugfeld in Dübendorf. (Bild: Jennifer Furer)

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