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«Wir mussten zuschauen, wie der Zug kommt»

Fahrzeug in Wetzikon mitgeschleift

«Wir mussten zuschauen, wie der Zug kommt»

Bei einer Kollision zwischen einem Zug und einem Auto in Wetzikon wurde am späten Montagabend das Auto total zerstört. Der Lenker konnte das Fahrzeug gerade noch rechtzeitig verlassen.

Andreas
Kurz
Dienstag, 15. Januar 2019, 11:01 Uhr Fahrzeug in Wetzikon mitgeschleift

Es waren dramatische Szenen, die sich am Montagabend gegen 23.30 Uhr beim Bahnübergang an der Robankstrasse abspielten. Paul Gringer, der direkt beim Bahnübergang wohnt, hat die Ereignisse hautnah miterlebt. «Unser Nachbar war gerade auf dem Heimweg, als er auf der vereisten Brücke ins Schleudern kam», erzählt er.

An diesem Bahnübergang passierte der Unfall.
Foto: Google Streetview

Gemäss Angaben der Kantonspolizei touchierte der Kleinwagen einen Pfosten und rutschte danach auf den Bahnübergang. Laut Gringer habe sich das Auto dabei um 180 Grad gedreht und sei dann mit der linken Radseite auf dem Gleis stecken geblieben, als sich die Barrieren senkten.

Nachbarin eilte herbei

Der 58-jährige Fahrer sei noch im Auto gesessen und habe versucht wegzufahren, als eine Nachbarin herbeieilte. «Er probierte aus der Situation rauszukommen. Wir riefen ihm zu, er solle das Auto verlassen», erzählt Gringer. Gemeinsam hätten sie dann versucht, die Schranke anzuheben. In einem ähnlichen Fall habe man so einmal auf die Notsituation aufmerksam machen können. Dieses Mal jedoch ohne Erfolg. «Wir hatten zu wenig Zeit und mussten zuschauen, wie der Zug kommt», sagt Gringer. Der Lenker sowie seine Helferin blieben unverletzt.

Keine Chance zu bremsen

Die von Uster kommende S15 donnerte trotz eingeleiteter Vollbremsung mit grosser Wucht gegen das Auto. Wie die Kantonspolizei in der Mitteilung schreibt, hat die S-Bahn das Fahrzeug 300 Meter weit mitgeschleift (siehe Grafik).

Nach der Kollisison wurde das Fahrzeug mehrere hundert Meter mitgeschleift.
Grafik: Andreas Kurz

«Der Lokführer hat das Auto relativ spät gesehen. Er hatte keine Chance, rechtzeitig zu bremsen», sagt auch Paul Gringer. Der Zug sei zu diesem Zeitpunkt mit 100 bis 120 Stundenkilometern aus dem Tunnel angebraust gekommen. «Wir konnten noch mit dem Lokführer sprechen. Er hat die Sache gut verkraftet.»

Aufgrund des Unfalls blieb die Zugstrecke Wetzikon – Uster rund vier Stunden gesperrt. Für die Zugpassagiere wurden Ersatzbusse eingesetzt.

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