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Zweites Stadtzentrum: Kantonsrat legt Erschliessung fest

Zweites Stadtzentrum: Kantonsrat legt Erschliessung fest

Das ehemalige Industriegebiet Neuhegi-Grüze in Winterthur soll sich zu einem zweiten Stadtzentrum entwickeln: Der Zürcher Kantonsrat hat am Freitag mit 138 zu 17 Stimmen den Richtplan so angepasst, dass das Quartier verkehrstechnisch sinnvoll erschlossen werden kann.

Mike
Gadient
Freitag, 07. Juli 2017, 17:44 Uhr
Winterthur soll ein zweites Stadtzentrum erhalten. (Symbolbild: Mike Gadient)

Der Stadt Winterthur schwebt vor, aus dem ehemaligen Industriegebiet Neuhegi-Grüze einen urbanen Stadtteil zu machen, in dem industrielle und gewerbliche Nutzungen auch zukünftig einen Schwerpunkt bilden. Gleichzeitig sollen die Grundlagen geschaffen werden, damit sich das Umfeld der Bahnstationen Grüze und Hegi zu durchmischten städtischen Quartieren mit Freiräumen entwickelt.

Wie sich dieses neue Zentrum, dem kantonale Bedeutung zukommt, erschliessen lässt, haben Kanton Zürich und Stadt Winterthur gemeinsam in einem Gesamtverkehrskonzept festgelegt. Die Verbindung zum bestehenden Stadtzentrum soll durch eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs – unter anderem mittels neuer Busquerung – und der Förderung des Langsamverkehrs – etwa mittels Veloschnellrouten – erfolgen. Der motorisierte Individualverkehr soll demgegenüber nach Norden an die A1 bei Oberwinterthur angeschlossen werden.

Kantonsratskommission überrumpelt

Der Kantonsrat stellte sich am Freitag hinter diese Pläne und passte den Richtplan entsprechend an. Umstritten war einzig noch, ob auch eine Ersatzvariante im Richtplan verankert werden soll, falls sich eine vorgesehene Brücke nicht realisieren liesse.

Diese Variante hatte der Winterthurer Stadtrat kürzlich überraschend wieder gefordert. Er überrumpelte damit die vorberatende Kantonsratskommission, die sich – angesichts bis dahin fehlender Opposition - einstimmig bloss für die Hauptvariante und die Streichung der Variante ausgesprochen hatte.

Knappe Mehrheit für Ersatzvariante

Es brauche immer einen Plan B im Leben, sagte etwa Philipp Kutter (CVP, Wädenswil). Von einer «Rückfallebene» sprachen die FDP sowie Teile der SVP. Ein grosser Teil des Rates goutierte dabei nicht, dass sich der Winterthurer Stadtrat derart spät gemeldet hatte. Es seien gar keine neuen Argumente vorgebracht worden, sagte etwa Bruno Fenner (BDP, Dübendorf).

Die Ersatzvariante wurde in der Folge nur knapp mit 80 zu 76 Stimmen ebenfalls in den Richtplan aufgenommen. (sda)

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