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«Züritüütsch ist schwierig, was Reime angeht»

Winterthurer Sänger singt jetzt Mundart

«Züritüütsch ist schwierig, was Reime angeht»

Rock’n’Roller MG Grace zeigt sich von einer neuen Seite: Der Winterthurer hat seinen ersten Song in Mundart veröffentlicht. Diesen spielt er unter anderem am 17. und 24. Juni am Zürcher Kantonalturnfest in Rikon.

Christian
Saggese
Mittwoch, 14. Juni 2017, 13:35 Uhr Winterthurer Sänger singt jetzt Mundart
Der Winterthurer Rock'n'Roller MG Grace ist mit seinem Mundart-Projekt als "Manu" unterwegs. (Bild: zvg)

Unter dem Künstlernamen MG Grace hat der Winterthurer Manuel Steck diverse Preise gewonnen und sechs Alben veröffentlicht. Bei seinen Liveauftritten sorgt der Rock’n Roller und Gospelsänger seit 25 Jahren für gute Stimmung. Nun präsentiert er, unter dem Namen «Manu», mit «Mir gönd no lang nöd hei» eine Single aus seinem ersten Album auf Züritüütsch. Den Song spielt er am Zürcher Kantonalturnfest in Rikon.

MG Grace ist nun als «Manu» und in Mundart unterwegs. Wie ist es dazu gekommen? 

Manu: Also ich bin nach wie vor auch als MG Grace unterwegs. Manu ist lediglich eine weitere künstlerische Seite von mir. Der Grund ist, dass ich schon mehrfach von meinen Fans angesprochen wurde, ob ich mal einen deutschsprachigen Song mache, da nicht alle meine englischen Texte verstehen. Anfangs weigerte ich mich, doch nun schien die Zeit reif und es macht Spass! 


Was ist die grösste Herausforderung beim Texte schreiben auf Schweizerdeutsch?

Züritüütsch ist relativ schwierig, was die Reime angeht. Doch es macht Spass in der Muttersprache Geschichten zu erzählen. Eine Herausforderung ist es aber allemal.

Welche Reaktionen haben Sie bisher erhalten? Gerade in der Musik gibt es für Züritüütsch öfters negative Kritik, während der Berner Dialekt gelobt wird.

Ich hatte bis jetzt noch nie so eine grosse Resonanz in so kurzer Zeit und die Reaktionen sind sehr positiv. Wegen des Dialekts wurde ich eigentlich nicht angefeindet. Ich bin sogar der Ansicht, dass es nun Zeit ist, unseren Dialekt noch mehr hervorzuheben. Es gibt ja nicht nur Bern in der Schweiz!

Mit «Mir gönd no lang nid hai» haben Sie eine musikalische Gute-Laune-Nummer geschrieben, die aber einen ernsten Hintergrund hat. Jeder Mensch soll wieder mehr Zeit für sich selbst nehmen. Wieso haben Sie diesen Text geschrieben?

Meine Texte sind immer aus dem Leben. Mir ist aufgefallen, dass wir viel zu wenig Zeit für uns selber nehmen oder haben, da schliesse ich mich nicht aus, ich wurde geistig und körperlich zum Umdenken gezwungen. So ist nun die Botschaft des Songs, dass es auch noch ein Leben neben der Arbeit geben sollte und dass wir dieses in vollen Zügen geniessen müssen. Der Song ist aber nicht gegen die Arbeit, sondern für die Geselligkeit.

Am 17. und 24. Juni stellen Sie die neue Single anlässlich des Zürcher Kantonalturnfestes in Rikon am Topsportabend «Töss-tastisch» live dem Publikum vor. Wie geht es danach weiter? Kommt ein Album auf Schweizerdeutsch?

Ja, ich schreibe zur Zeit weitere Songs. Eine nächste Single ist fertig und das Album wird 2018 auf den Markt kommen.
 

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