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Winterthurer Künstlerin tritt in der Villa Flora auf

«Wir wollen die spezielle Atmosphäre dieses Orts einfangen»

Nach dem Auftritt im Theater am Gleis, spielt die Theatergruppe Cie Gangwerk ihr Stück Unscene von Donnerstag bis Sonntag, 15. bis 18. März, in der Villa Flora. Das sei eine besondere Ehre, wie Künsterlin Anne Dauberschmidt anmerkt.

Tina
Schöni
Mittwoch, 14. März 2018, 12:57 Uhr Winterthurer Künstlerin tritt in der Villa Flora auf

Die Winterthurer Theatergruppe Cie Gangwerk, zu der auch Künstlerin Anne Dauberschmidt gehört, macht sich bereit für ihren Auftritt in einer neuen Lokalität. Mit dem Stück Unscene, mit dem sie im Januar im Theater am Gleis Premiere feierten (wir berichteten), kehren sie nun in die Villa Flora. Erneut geht es dabei um das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Gespielt wird von Donnerstag bis Sonntag, 15. bis 18. März, jeweils um 19 Uhr.

Ihre Theatergruppe hat «Unscene» im Januar im Theater am Gleis erstmals vor Publikum aufgeführt. Wie haben Sie die Premiere erlebt?

Anne Dauberschmidt: Für mich ist so eine erste Aufführung vor Publikum immer wie eine Feuerprobe. Die Publikumsreaktionen sind im Theater die vierte Dimension. Es ist, als ob erst das Publikum ein Stück wirklich zum Leuchten bringt. Ich als Performerin brauche das Publikum wie die Luft zum Atmen. Dieses Wissen macht mich immer sehr nervös. Zum Glück verfliegt die Aufregung aber meistens nach der ersten Schlüsselszene.

Welche Reaktionen haben Sie von den Zuschauern erhalten?

Das Feedback war grösstenteils positiv. Für das Publikum war es etwas ungewohnt, dass es mit uns Performenden auf der Bühne gesessen ist und sich mitten im Geschehen befand. Das ist sehr intensiv und nah für beide Seiten, aber daher auch sehr berührend.

Die kommenden Tage werden Sie in der  Villa Flora mit einer «on site Inszenierung» des Stücks auftreten. Was macht den Aufführungsort diesmal besonders?

Die Villa Flora ist zurzeit bilderlos. Unsere Gruppe hat nun die Chance, diesem wunderschönen Bau mit Licht und Spiel eine eigene, unverhoffte Färbung zu geben und das Gebäude zum Klingen zu bringen. Das ist eine ganz besondere Ehre. In erster Linie versuchen wir, den ganzen Geschichten, die hinter so einem Gebäude stehen, gerecht zu werden und die spezielle Atmosphäre des Ortes einzufangen. 

Was bedeutet das konkret für die Inszenierung des Stücks?

Wir haben das Stück komplett auseinandergenommen, Texte erweitert und gestrichen. Zudem haben wir neue Szenen erfunden, die zum jeweiligen Raum passen. Wir werden nämlich nicht alle Szenen an einem Ort spielen, sondern gemeinsam mit dem Publikum die Räume wechseln. Ich und mein Bühnenpartner fungieren also auch als Tourguides. Weil die Räume recht klein sind, können wir pro Aufführung aber nur 20 Zuschauer mitnehmen. Sie stehen oder sitzen dann direkt vor uns. Das macht jede Vorstellung sehr intim und besonders.

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