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«Wir leben heute in zwei Welten»

Zwischen Realität und Inszenierung

«Wir leben heute in zwei Welten»

Mit der Selbstinszenierung in den sozialen Medien verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Diesem Thema widmet sich die Künstlerin Anne Dauberschmidt in ihrem Stück «Unscene», das im Theater am Gleis aufgeführt wird. Ihr Ziel: zu Diskussionen anregen.

Tina
Schöni
Freitag, 12. Januar 2018, 19:19 Uhr Zwischen Realität und Inszenierung

Es ist ein komplexes Thema, mit dem sich die Winterthurer Künstlerin Anne Dauberschmidt beschäftigt: Das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Ihrer Meinung nach habe die Eigen- und Fremdinszenierung im Zeitalter von Facebook und Twitter ungeheuer an Brisanz gewonnen – und Fragen aufgeworfen. Was ist noch real? Und was eben nicht?

«Unscene» wird im Theater am Gleis von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. Januar, aufgeführt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Gründerin des Winterthurer Theatervereins Cie Gangwerk will das Thema Sein und Schein auf die Bühne bringen. In ihrem neuen Stück «Unscene», das sie vom 19. bis 21. Januar im Theater am Gleis aufführen wird, will sie Fragen formulieren und Denkanstösse geben.

Virtuelle Identitäten aufbauen

«Wir leben heute in zwei Welten, einer wirklichen und einer virtuellen», sagt Anne Dauberschmidt. Diese Entwicklung verfolgt sie mit kritischem Blick. «Wenn jemand heute nicht auf Google oder Facebook zu finden ist, dann ist er oder sie schon fast nicht mehr existent.»

«Es werden Identitäten aufgebaut, die in der realen Welt nicht existieren.»
(Anne Dauberschmidt)

Es gebe keine klaren Grenzen zwischen Realität und Inszenierung. Anne Dauberschmidt erklärt: «Heute kann sich jeder und jede mit ein bisschen technischem Verständnis nach den eigenen Wünschen in Szene setzen. Es werden ganze Identitäten aufgebaut, die in der realen Welt nicht existieren. Oder etwa doch?»

Auch Tanzeinlagen gehören zur Performance von Anne Dauberschmidt und Schauspielkollege Ilan Daneels. (Video: tis)

Genau um solche Fragen drehe sich die Performance «Unscene» im Theater am Gleis. «Das Stück ist nicht als Kritik zu verstehen», betont Anne Dauberschmidt. Es soll eher als Spiegel der Gesellschaft dienen und ausserdem das Thema der Eigen- und Fremdinszenierung von unterschiedlichen Seiten beleuchten. Einen pädagogischen Anspruch oder eine Wertung im Sinne von richtig und falsch habe sie nicht. Die Künstlerin sagt: «Wenn das Stück so berührt, dass es tatsächlich zu Diskussionen führt, dann bin ich glücklich.»

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