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Winterthurer Feuerwehr hat neues Löschfahrzeug

Massgeschneidertes Feuerwehrauto

Winterthurer Feuerwehr hat neues Löschfahrzeug

Schutz und Intervention Winterthur hat für die hiesige Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug angeschafft. Dank einer «Reduktion aufs Minimum»-Denkweise war das Feuerwehrauto nicht nur kostengünstig, sondern ist auch optimal aufs urbane Gelände abgestimmt.

Michael
Hotz
Donnerstag, 01. Juni 2017, 15:35 Uhr Massgeschneidertes Feuerwehrauto

«Die Ebbe wartet nicht auf einen langsamen Menschen.» Mit diesem gälischen Sprichwort leitete Jürg Bühlmann, Kommandant von Schutz und Intervention Winterthur (SIW), die Taufe eines neuen Tanklöschfahrzeugs am Donnerstagvormittag ein. Die hiesige Berufsfeuerwehr erhielt ein Fahrzeug der neusten Generation, das nun in die bestehende Flotte an insgesamt 37 Fahrzeugen und in das komplexe Einsatzkonzept  integriert wird.

Jürg Bühlmann wollte mit der gewählten Redensart herausstreichen, wie fortschrittlich und innovativ das neue Fahrzeug ist, das ein Feuerwehrauto mit Jahrgang 1993 ablöst. So verfüge SIW nun über ein Löschfahrzeug, das für die Verhältnisse in Winterthur massgeschneidert sei. Die städtische Feuerwehr sei also bereit für die Flut, um in der Sprache des Sprichworts zu bleiben.

Wendiger im städtischen Chaos

Der SIW-Kommandant führte aus: «Wir haben absichtlich auf einen Allradantrieb verzichtet, damit wir mit unserem neuen Tanklöschfahrzeug im städtischen Chaos wendiger sind. Gezielt liessen wir bei den Pumpen auch die Hochdruckstufe sowie das Ansaugsystem ab Gewässer weg.» Diese Elemente der Feuerlöschpumpe würden in Winterthur nicht gebraucht, weil etwa genügend Hydranten in der Stadt vorhanden seien.

Jungfernfahrt des neuen Tanklöschfahrzeugs (Handyvideo: Michael Hotz):

Hinter der Reduktion aufs Minimum stecken aber nicht nur einsatztaktische Überlegungen, sondern auch wirtschaftliche. Durch den Verzicht auf bestimmte Komponente ist dieses Feuerwehrauto rund drei Tonnen leichter als gängige Tanklöschfahrzeuge, die rund 18 Tonnen wiegen. Das Winterthurer Fahrzeug braucht also weniger Treibstoff. Dazu sind die Unterhaltskosten tiefer.

Auch eine Hygiene-Ecke fand Platz

Weggelassen wurden nur Dinge, die überflüssig seien. Es könne mindestens gleich effizient eingesetzt werden wie sein Vorgänger, strich Jürg Bühlmann in seiner Rede heraus. Das Fahrzeug, in dem insgesamt fünf Feuerwehrmänner Platz finden, ist immer noch mit allen wichtigen Geräten ausgestattet.

Das brauchen die Feuerwehrleute alles für ihren Einsatz:

Neben den verschiedensten Schläuchen befinden sich im Stauraum des neuen Feuerwehrautos etwa auch Sägemehl, Ölbindemittel, Löschdecken, eine Rettungssäge sowie Verkehrsleitutensilien wie Leitkegel, Faltsignale und Blitzlampen. Platz hat auch eine kleine Hygiene-Ecke mit Spiegel und je einem Spender für Seife und Desinfektionsmittel.

Lob für mitdenkende Mitarbeiter

Das Fahrgestell und der feuertechnische Aufbau des Tanklöschfahrzeugs stammen von der Firma Vogt AG im bernischen Oberdiessbach. Das Chassis lieferte Scania, ein internationaler Hersteller von Nutzfahrzeugen. Als wichtige Partner in den Umsetzungsprozess miteinbezogen wurden auch die Mitarbeiter der SIV-Abteilung Technik und Logistik, die ihre Erfahrungen als Feuerwehrmänner einbringen konnten.

Etwas, das die Winterthurer Sicherheitsvorsteherin Barbara Günthard-Maier besonders freut. «Ich bin Fan von Menschen, die mitdenken und Innovationen fördern», lobte die FDP-Stadträtin. Deshalb sei sie auch besonders stolz auf das Endprodukt.

Freuen wird Barbara Günthard-Maier auch, dass das neue Tanklöschfahrzeug mit rund 420‘000 Franken verhältnismässig günstig war. Die Anschaffungskosten liegen damit unter dem Wert, der für ein gängiges Modell 2001 bezahlt worden war. Zusätzlich übernimmt die Gebäudeversicherung Kanton Zürich knapp die Hälfte des Endpreises. Sie steuert 200‘000 Franken an die Anschaffung bei.

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