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Von Wien bis nach Winterthur

Winterthurer Vereine stellen sich vor

Von Wien bis nach Winterthur

Der Verein der Naturfreunde Winterthur ist eine von 120 Sektionen der Schweiz. Der weltweitverbreitete Verband ist in der Natur unterwegs und
fördert auch deren Erhalt.

Elena
Willi
Freitag, 18. Mai 2018, 06:58 Uhr Winterthurer Vereine stellen sich vor
Die Naturfreunde Winterthur sind oft auf Wanderungen in der ganzen Schweiz anzutreffen, von jung bis alt sind alle gerne dabei. (Foto: PD)

«Die Sektion Winterthur bietet vor allem Wanderungen an», verrät Andrea Schwengeler, die Präsidentin der Naturfreunde Winterthur. Vom gemütlichen Spaziergang bis zur mehrtägigen Bergtour sei alles dabei. «Im Winter sind die Schneeschuh-Wanderungen und -touren sehr beliebt», meint sie. Die Naturfreunde veranstalten auch Ferien- und Wanderwochen mit verschiedenen Stärkeklassen. «Ausserdem gibt es eine sehr aktive Kajakgruppe. Auch diese treffen sich jeweils wöchentlich», erzählt die Präsidentin.


Senioren kommen nicht zu kurz 


Der Verein verfügt auch über eine interne Seniorengruppe. Diese veranstaltet zusätzlich zu den restlichen Wanderungen jeweils alle 14 Tage Wanderungen. Die Seniorenwanderungen finden immer unter der Woche statt und sind jeweils eintägige Ausflüge.
Ein Mal im Monat gibt es einen Senioren-Kaffeenachmittag im Kaffee Burehus. Dieser lädt zum gemütlichen Austausch und Beisammensitzen ein.

 
Ein Bewusstsein für die Natur 


Die Natur zu geniessen und sich in ihr zu bewegen, ist nur ein Teil, der den Naturfreunden wichtig ist. Es gehöre auch dazu, ein Bewusstsein für die Natur zu schaffen und sie zu pflegen. So veranstalten sie dieses Jahr im Oktober gemeinsam mit der Stadt Winterthur eine «Bachputzete». «Wir werden das Tössufer zwischen Reitplatz und Sennhof vom Abfall befreien», erzählt Andrea Schwengeler. Dabei hoffen die Naturfreunde auf viel Interesse und tatkräftige Mithilfe aus der Bevölkerung. 


Auch das Familienangebot wurde dieses Jahr ausgebaut. So haben sie beispielsweise neu den Programmpunkt «Ich packe i min Rucksack...» hinzugefügt. «Der Familienanlass verbindet Wandern mit Basteln», erklärt Andrea Schwengeler. Für Gross und Klein sei es ein super Anlass. Bereits ein Mal habe die Familienwanderung schon stattgefunden. «Sie war gut besucht. Auf unserer Internetseite kann man sich Fotos und einen Bericht dazu ansehen.» Im September und im Dezember wird «Ich packe i min Rucksack...» erneut stattfinden. 


In Wien fing alles an

 
Im Jahre 1895 gründeten die ersten Naturfreunde in Wien einen Verein. Georg Schmiedel, Alois Rohrauer, Ferdinand Bednarz und Karl Renner sind die vier Gründerväter. «Die Idee der Österreicher war es, die Arbeiter aus den Wirtschaften, weg vom Alkohol und vom Tabak, in die Natur zu bringen», erzählt die Präsidentin der Winterthurer Naturfreunde. Hotels und Reisen seien damals für die Arbeiter zu teuer gewesen. Ausserdem konnten sie sich keine Ausrüstung leisten und verfügten auch nicht über Wegkenntnisse oder Kartenmaterial.

«Die Wege führten häufig durch Jagdreviere von Baronen und Fürsten.» So war es das Ziel der Männer, dass alle Zutritt zum Tourismus und der Natur bekommen. Daraus entstand der Gruss «Berg frei», der auf der revolutionären Forderung basiert. «Ferdinand Bednarz kam 1903 in die Schweiz und gründete hier über ein Dutzend Sektionen», sagt Andrea Schwengeler. Auch die Naturfreunde Winterthur seien damals durch ihn gegründet worden. 


Freunde in aller Welt


Heute zähle die Sektion Winterthur 460 Mitglieder. «Wir pflegen auch Kontakt zu anderen Sektionen der Naturfreunde», erzählt die Präsidentin. Zu der Ortsgruppe Tuttlingen in Deutschland haben sie eine langjährige Freundschaft.  Auch im Inland können sie auf gute Freundschafts-Jahre zurückblicken. Zu den Sektionen Schaffhausen, Effretikon und La Chaux-de-Fonds pflegen sie regelmässigen Kontakt. «Entstanden ist der Kontakt zu den Chaux-de-Fonniers dank der Städtepartnerschaft von Winterthur und der Stadt im Hochjura.» Weltweit zählen die Naturfreunde heute rund 500’000 Mitglieder. Davon sind 14’000 in der Schweiz aktiv.


Naturfreundehäuser


Besonders wichtig für den Verein seien ihre vielzähligen Häuser, die in der Schweiz und in ganz Europa  verteilt sind. «In Europa sind es fast 1000 Häuser», verrät Andrea Schwengeler. Auch in der Schweiz sei die Auswahl mit etwa 80 Häusern nicht schlecht. Die Häuser stehen in schönster Natur und können zum Ferienmachen gebucht werden. «Für den Zugang zur Natur sind diese Häuser essenziell.» Vermietet werden sie ebenfalls an Nichtmitglieder. 


Um bei den Naturfreunden dabei zu sein kann man sich auf ihrer Internetseite anmelden. «Schnuppern ist erlaubt», meint die Präsidentin. Dafür könne man sich einfach bei ihr melden und aktuelle Unterlagen erhalten. 

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