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Volg startet Hauslieferdienst

Schon bald startet die Detailhandelskette Volg mit einem Online-Shop. Anfang Mai sollen ihre Kunden Lebensmittel vom Volg-Sortiment nach Hause bestellen können.

Tina
Schöni
Mittwoch, 05. April 2017, 10:22 Uhr

Der Schweizer Detailhandel blickt auf ein ereignisreiches und herausforderndes Jahr zurück. Die Volg-Gruppe hat sich trotz eines hart umkämpften Marktumfelds im 2016 bei stabilen Preisen mit dem Detailhandelsumsatz behaupten können. Das Unternehmen erwirtschaftete 1467 Millionen Franken. Im Vorjahr betrug der Umsatz 1471 Millionen Franken.

Einkaufen per Online-Shop

Bevor Ferdinand Hirsig an der Medienkonferenz jedoch genauere Einblicke in die Erfolgsrechnung gewährte, warf der Vorsitzende der Geschäftsleitung einen Blick in die Zukunft des Unternehmens. Wie auch in anderen Branchen, sei für Volg der digitale Wandel zu einem immer gewichtigen Thema geworden. «Auch wir stehen vor der Herausforderung, uns an die digitalen Veränderungen anzupassen», stellt Ferdinand Hirsig klar.

«Wir haben entschieden, den E-Commerce bei Volg auszubauen.»

(Ferdinand Hirsig, Vorsitzender der Volg-Geschäftsleitung)

Bisher sei der Online-Einkauf von Lebensmitteln im Vergleich zum Non-Food-Einkauf zwar noch wenig attraktiv, trotzdem wolle man den digitalen Trend aber nicht ganz ausser Acht lassen. «Wir haben uns entschieden, das Thema E-Commerce bei Volg auszubauen», bestätigt Ferdinand Hirsig. Am 2. Mai plant Volg in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post AG den Onlineshop «Volgshop.ch» zu starten. Kunden können ab dann online Lebensmittel aus dem Volg-Sortiment bestellen und sich diese vom Postboten nach Hause liefern lassen. Das Liefergebiet umfasse praktisch das gesamte Volg-Wirtschaftsgebiet in ländlichen Regionen der Deutschschweiz.

Volg setzt damit auf eine Kombination aus bewährtem stationären Handel sowie dem Online-Einkauf. Ein hoher Zusatzgewinn werde nicht erwartet, «wir sehen es als Versuch an und schauen was passiert», so Ferdinand Hirsig. Wichtig sei für Volg künftig, abzuwägen, welche Innovationen wirklich sinnvoll sind und den Bedürfnissen der Kunden entsprechen.

Umsatzanstieg und Wachstum

Doch zurück zu den Zahlen. Auch die beiden wichtigsten Standbeine der Volg-Gruppe – die 585 Volg-Dorfläden sowie die 89 TopShop-Tankstellen – haben an Umsatz zulegen können. Erstere gelten als der wichtigste Verkaufskanal der Gruppe. Sie haben einen Umsatz von 1120 Millionen Franken erzielt, 15 Millionen Franken mehr gegenüber dem Vorjahr. Bei den 89 Agrola TopShops, die von der Volg Konsumwaren AG beliefert werden, ist der Umsatz um 2.5 Prozent auf 250 Millionen Franken gesteigert worden. «Sie tragen seit Jahren überdurchschnittlich zum gesamten Volg-Detailhandelsumsatz bei», so Ferdinand Hirsig.

Das Wachstum fortsetzen konnte Volg auch in der Westschweiz. Ende 2016 ist mit dem Volg-Laden in Sugiez im Kanton Fribourg bereits die 43. Verkaufsstelle eröffnet worden.

Die Grossistin und Marketingorganisation Volg Konsumwaren AG, welche die Volg-Läden beliefert und als einziges Unternehmen in der Volg-Gruppe Gewinnzahlen bekannt gibt, konnte den Jahresgewinn um 9.9 Prozent auf knapp sechs Millionen Franken steigern. Das, trotz höherer Aufwendungen durch verschiedene IT-Grossprojekte sowie der Expansion in der Westschweiz.

Regionalität im Trend

Zum Schluss kommt Ferdinand Hirsig an der Medienkonferenz nochmals auf den digitalen Wandel zu sprechen. Neben dem rasanten Trend der Digitalisierung, hat er auch einen gewichtigen Gegentrend beobachtet. «Regionalität ist in den letzten Jahren im Schweizer Detailhandel zum ’Must’ geworden. So spielt die regionale Herkunft bei Kaufentscheidungen eine bedeutende Rolle.»

Volg habe auf diesen Trend bereits im 2005 reagiert. Unter dem Label «Feins vom Dorf» werden in den Läden Produkte aus der direkten Umgebung des jeweiligen Ladens verkauft. Dafür arbeitet Volg mit 3000 lokalen Lieferanten zusammen. «Wir setzen damit den geografischen Rahmen bewusst enger, als dies bei regionalen Produkten anderer Detailhändler üblich ist».

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