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Und dann kommen die Zombies

Und dann kommen die Zombies

3D360.ch arbeitet mit virtuellen Welten. Die Winterthurer Firma ermöglichte exklusiv einen Einblick in diese neue Technologie. Ein Erlebnisbericht.

Michael
Hotz
Mittwoch, 28. September 2016, 13:48 Uhr

Über einen Hinterhof betrete ich ein typisches Haus in der Winterthurer Altstadt. In dessen ersten Stock wartet aber ein Reich aus schier unvorstellbaren Welten. Möglich macht dies Christian Schläpfer und sein vierköpfiges Team.

Der 33-jährige Winterthurer hat in den Geschäftsräumen seiner Firma 3D360.ch an der Tösstalstrasse 17 einen «Showroom» für virtuelle Realitäten (VR) eingerichtet. Hier komme ich in den Genuss dieser Technologie.

Kindertraum Jedi-Ritter

Im abgedunkelten Raum setze ich eine VR-Brille sowie Kopfhörer auf und nehme die zwei Controller in die Hände. Christian Schläpfer startet das erste Spiel für die HTC Vive. Zum Eingewöhnen ein ­wenig Zeichnen mit Tilt Brush. Ich male einen farbigen Regenbogen, in den Raum. Nebenan blinkende Sterne. Durch die dreidimensionale Darstellung wirkt alles echter, naher, fast greifbar.

Nächstes Game: Eine Alpha-Version von «Star Wars: Trials on Tatooine». Mit zwei Laserschwertern kämpfe ich gegen eine heranfliegende Roboterkugel, die auf einen schiesst. Ich fühle mich wie ein Jedi-Ritter. Zuerst die Schüsse abwehren, dann selber in den Angriff übergehen. Mit einem langen Schwung zerstöre ich den ersten Gegner. Der nächste Roboter kommt, aber wo? Ich drehe mich im Kreis und suche den neuen Feind. Das Kind in mir frohlockt.

Der Blanke Horror

Und dann kommen die Zombies. Das Horrorspiel Brookhaven Experiment steht an. Ich befinde mich unterhalb einer Brücke. Vor mir
ein dunkler Abwasserkanal. In meiner linken Hand trage ich eine ­Taschenlampe, rechts eine Pistole. Dank dem Licht der Lampe sehe ich den ersten «Untoten» auf mich zukommen. Ich schiesse, bis er nicht mehr aufsteht.

Es werden immer mehr, sie kommen von allen Seiten. Hektisch schiesse ich in der Gegend herum und erschrecke oft. Ich schwitze und spüre die Angst in mir. Als alle Zombies tot sind, bin ich mit meinen Nerven am Ende. Ich brauche eine Pause.

Mit Vujo Gavric 3+ entdecken

In dieser zeigt mir Christian Schläpfer seine Arbeitsgeräte. Die Haupttätigkeit von 3D360.ch ist das Produzieren von 360º-Videos. Dafür benötigen Christian Schläpfer und sein Team sogenannte Rigs. Speziell angefertigte Halterungen, an denen mehrere GoPro-Kameras angebracht werden. «Je mehr dieser Rigs, desto mehr Möglichkeiten zum optimal Filmen», erklärt Christian Schläpfer.

Das zweijährige Unternehmen hat bereits für einige ­Firmen und Organisationen wie Volvo, Coop und Fifa solche Videos produziert. Für den Schweizer Fernsehsender 3+ machten sie zu dessen 10-jährigen Bestehen einen Film aus der Ego-Perspektive. Der Betrachter wird dabei von Vujo Gavric durch die Welt des Senders geführt. Man stattet einem «Bauer, ledig, sucht»-Kandidaten einen Besuch ab und hilft Restauranttester Daniel Bumann in der Küche.

360º-Videos können via Smartphone oder PC angeschaut werden.  Für den vollen Genuss empfehlen sich aber VR-Brillen. 3D360.ch wird dafür bald einen Online-Verkauf lancieren, auf dem er einfache Cardboards (Brillen aus Karton) bis zu den besten Geräten auf dem Markt anbieten wird. Das Ziel: Virtual Reality einer breiten Masse zugänglich zu machen.

«Mit VR verschwindet die Grenze zwischen Bildschirm und Realität. Das er­öffnet ein grosses Spektrum an Möglichkeiten», benennt Christian Schläpfer seine Faszination für diese neue Technologie. Mit den Zombies habe ich eine davon hautnah erfahren.

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