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Schachgesellschaft Winterthur ist Meister

Titel als Folge einer konsequenten Jugendarbeit

Die Schachgesellschaft Winterthur holte jüngst den Mannschaftsmeistertitel. Der insgesamt dritte Triumph nach 1972 und 1981 ist auch darauf zurückzuführen, dass vor 20 Jahren viele junge Talente gefördert wurden. Nun will sich Teamchef und Präsident Roman Freuler mit seinem Team an der Spitze festsetzen.

Michael
Hotz
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 10:40 Uhr Schachgesellschaft Winterthur ist Meister

Nach 36 Jahren schlugen die Topspieler der Schachgesellschaft Winterthur wieder zu. Sie holten den Mannschaftsmeistertitel in die Eulachstadt, den insgesamt dritten nach 1972 und 1981. Den goldenen Pokal sicherten sich die Winterthurer mit einem 4:4-Unentschieden gegen den Titelverteidiger und Rekordmeister, die SG Zürich.

Der Krimi gegen die SG Zürich

Nach dem knappen Sieg gegen Luzern (4½:3½) wussten die Spieler der SG Winterthur, dass ein Remis in der letzten Runde zum Titel reichen wird. Der Wettkampf gegen die Stadtzürcher entwickelte sich dennoch zum Krimi. Nach sieben von acht Spielen lagen die Winterthurer 3:4 hinten, nur noch Richard Forsters Partie lief.

Der Winterthurer behielt aber die Nerven und gewann nach sechs Stunden Spielzeit. «Es ist einfach alles aufgegangen. Ein wunderbares Gefühl», freut sich Gabriel Gähwiler. 23-jährige Neftenbacher holte sich mit sieben Punkten aus neun Partien nicht nur seine erste Grossmeister-Norm, sondern trug damit auch viel zum Gewinn des Pokals bei.

Die Zitterpartie von Richard Forster kostete Gabriel Gähwiler beim Zuschauen einige Nerven, wie er selber sagt. Umso schöner war dann am Ende die Gewissheit, den Meistertitel gewonnen zu haben. Vor allem auch, weil Vereinspräsident und Teamchef Roman Freuler nicht damit rechnete: «Die Hoffnung war gross. Ich wusste aber, dass Zürich nominell die besseren Einzelspieler hat.»

Konsequent auf die Jugend gesetzt

Roman Freuler sieht in diesem Erfolg die Bestätigung einer nachhaltigen Entwicklung. Er sagt: «Wir hätten uns auch eine Spitzenmannschaft zusammenkaufen können. Aber wir entschieden uns vor rund 20 Jahren, mit konsequenter Jugendarbeit junge Talente anzuziehen und auszubilden.»

Damals wurde der Spitzen-Schachspieler Daniel King verpflichtet, um aus der Lift-Mannschaft, die ständig auf- und abstieg, ein stabiles NLA-Team zu machen. Drum herum integrierte die SG Winterthur einige junge, aufstrebende Spieler. Das fast reine Amateur-Team klettere stetig die Tabelle hoch, in den letzten Jahren gehörte die SG Winterthur zu den Top-Mannschaften.

«Wir haben unseren Zenit noch nicht erreicht»

Die Strategie mit einer guten Jugendförderung will Roman Freuler nun weiterverfolgen und sich mit seiner Mannschaft an der Spitze festsetzen. «Ich bin überzeugt, dass wir unseren Zenit noch nicht erreicht haben», sagt er mit dem neu gewonnenen Selbstbewusstsein eines Meister-Teamchefs. Gabriel Gähwiler pflichtet seinem Mannschaftsleiter bei: «Wir müssen keine Angst mehr haben vor den Top-Teams, wir sind ja selber eins.»

Das Unentschieden über die SG Zürich, das gleichzeitig auch ein Sieg über den Titelverteidiger ist, feierten die Winterthurer auf passende Art und Weise. Als Meisteressen gab es Zürcher Geschnetzeltes.

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