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Schuluniformen stärkten Klassenzusammenhalt

Die Schüler der 3. Klasse im Schulhaus Langwiesen-Wyden trugen regelmässig am Mittwoch Schuluniformen. Trotz anfänglicher Zweifel der Kinder habe sich das Projekt am Ende bewährt.

Talina
Steinmetz
Freitag, 22. September 2017, 17:49 Uhr

In einigen Ländern sind sie etwas ganz gewöhnliches, in der Schweiz ein umstrittenes Thema. Die Rede ist von Schuluniformen. Ein Kleidungsstück, das bei Eltern, Lehrer und Kinder regelmässig für Diskussionen sorgt. 

Auch Angela Jetter, Lehrerin einer dritten Klasse des Schulhaus Langwiesen-Wyden in Winterthur beschäftigte sich mit diesem Thema. «Zwischen den Sommer- und Herbstferien herrscht in meiner Klasse das Thema Kleider. Da gehören auch Schuluniformen dazu», erzählt die 38-Jährige.

Damit der Unterricht aber nicht nur aus Theorie besteht, hätten sie und ihre Stellenpartnerin Muriëlle Roth entschieden, die Schuluniform praktisch einzusetzen. «Immer Mittwochs trugen die Schüler eine Uniform, bestehenden aus einem weissen Shirt mit Klassenlogo und einer Bluejeans.» Ziel davon war es, den Kindern mehr Verständnis für deren Hintergrund und Nutzen zu vermitteln. 

«Warum entscheiden die Lehrer?»

Als die beiden Lehrerinnen die Idee den Schülern vorstellten, seien diese zuerst skeptisch gewesen. «Sie konnten sich nichts darunter vorstellen, da zu diesem Zeitpunkt jeder individuell gekleidet war», erinnert sich Angela Jetter.

Das bestätigt die neunjährige Nasima Benradja: «Ich fand die Idee blöd, da ich selber entscheiden will, was ich anziehe. Nicht meine Lehrerin.» Auch kritisierten die Buben, nicht das gleiche wie die Mädchen tragen zu wollen. 

Markenkleidung kein Thema

Solche oder ähnliche Reaktionen seien auch von anderen Schülern gekommen. Das habe sich aber während des Unterrichts mehr und mehr geändert. «Die Kinder zeigten sich sehr interessiert und wollten immer mehr über die Herkunft und den Hintergrund der Kleidung erfahren», berichtet Angela Jetter.

Schnell kam die Klasse dadurch auch auf das Thema Markenkleidung zu sprechen. «Ich war überrascht, aber den Kindern sagte Markenkleidung noch nicht viel. Anscheinend sind sie noch nicht in dem Alter, in dem diese wichtig wird.»

Niemand wurde ausgelacht

Vor einer Woche trug die Klasse die Uniform zum letzten Mal. In den kommenden Tagen dürfen die Schüler ihr Shirt wieder umgestalten, so dass sie individualisiert werden. Angela Jetter zieht ein positives Fazit aus der Uniformzeit. «Unsere Klasse wurde durch das regelmässige Tragen einheitlicher Kleidung extrem gestärkt», schwärmt die Lehrerin. 

Auch die Kinder nehmen wertvolles Wissen aus der Zeit mit. Als Begründung, warum sie die Zeit mit der Uniform toll fanden, hebt sich eine Aussage ab: «Weil niemand mehr ausgelacht wird und wir zusammen halten.» 
 

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