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Schlagabtausch der Winterthurer Stadtrat-Kandidierenden

Top Polit-Brunch

Schlagabtausch der Winterthurer Stadtrat-Kandidierenden

Am Sonntag debattierten die elf Stadtrat-Kandidierenden über aktuelle Themen, die Winterthur künftig beschäftigen. Für angeregte Diskussionen sorgten etwa der Verkehr und die Finanzen. Überraschend harmonisch waren dagegen die Meinungen über ein nationales Thema.

Tina
Schöni
Montag, 29. Januar 2018, 11:20 Uhr Top Polit-Brunch

Die elf Winterthurer Stadtrat-Kandidierenden trafen sich am Sonntag im Hotel Banana City zum Tele Top Polit-Brunch. Dort fühlten ihnen die beiden Top-Moderatoren Elena Wagen und Sandro Peter  auf den Zahn. Wer ist am besten für das Stadtpräsidium geeignet? Wie soll der Verkehr in Winterthur künftig geregelt werden? Wie will der Stadtrat die Finanzen im Griff behalten?

Tele Top zeigt das Gespräch am Montagabend, 29. Januar, 18.30 Uhr in zwei Teilen. Die Aufzeichnung des Top Polit-Brunch wird stündlich wiederholt.

Während rund einer Stunde diskutierten die Politikerinnen und Politiker über diese und andere brennende Themen, die die Eulachstadt beschäftigen. Für die Bevölkerung bot sich die Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Kandidierenden bei Kaffee und Gipfeli persönlich kennenzulernen.

Begehrtes Stadtpräsidium

Ginge es nach dem amtierenden Stadtpräsidenten Michael Künzle, soll der Winterthurer Stadtrat so bleiben wie er ist. «Wir haben alle gute Arbeit geleistet», sagte der CVP-Stapi anerkennend. Man habe sich in der letzten Legislatur um neue Arbeitsplätze gekümmert, die Finanzen unter Kontrolle gebracht und die Zwölf-Jahres-Strategie vorangetrieben.

Christa Meier (SP) und Annetta Steiner (GLP) wollen mit ihrer Kandidatur am 4. März dennoch neue Akzente setzen. Sie beide hoffen bei den Gesamterneuerungswahlen nicht nur in den Stadtrat, sondern gleich als neue Stadtpräsidentinnen gewählt zu werden. 

Die SP-Gemeinderätin plant, mehr in die Quartierentwicklung zu investieren. Sie sagt: «Mit mir wählt man eine unabhängige Frau, die an die Zukunft denkt.» Annetta Steiner sieht im Bereich Finanzen noch grosse Aufgaben bevorstehen, die sie gerne anpacken würde. «Ich möchte als Stadtpräsidentin die unabhängige Mitte vertreten und würde mich freuen, für die GLP gewählt zu werden.»

Auch die beiden anderen neuen Stadtrats-Kandidaten waren beim Polit-Brunch zu Gast. Blerim Bunjaku will als Parteiloser, Marc Wäckerlin als Pirat in den Stadtrat einziehen.

Viele Ideen in Sachen Verkehr

Diskutiert wurden in der Talk-Runde am Sonntag die drei Themen Finanzen, Parkplätze und Verkehr. Letzteres stand zuoberst auf der Pendenzenliste und sorgte unter den elf Kandidierenden für viel Diskussion. Während sich Josef Lisibach (SVP), Stefan Fritschi (FDP), Annetta Steiner und Christa Meier alle ausdrücklich für die Bus-Priorisierung aussprachen, forderten Blerim Bunjaku und Marc Wäckerlin den Ausbau der Autobahnen rund um Winterthur. «Das Auto wird immer gegen den Bus ausgespielt, dabei braucht es beides. Es muss überall funktionieren», bekräftigte Marc Wäckerlin.

«Wir müssen weiter in die Zukunft denken.»
Yvonne Beutler, SP

FDP-Politikerin Barbara Günthard-Maier setzt auf das Velo. «Vier von zehn Winterthurern nehmen immer noch das Auto statt das Velo. Hier könnte Selbstinitiative etwas bewirken», stellte sie fest. Unterstützung erhielt sie von Jürg Altwegg (Grüne) und Nicolas Galladé (SP). Auch sie möchten den Veloverkehr mehr fördern. «Das Velo ist in Winterthur das schnellste Verkehrsmittel. Da müssen wir investieren und dranbleiben», so Jürg Altwegg.

Ein weiterer Vorschlag kam von Christa Meyer. Sie schlug den Abbau von zentrumsnahmen Parkplätzen vor. So sollen Alternativen zum Auto attraktiver werden. Yvonne Beutler (SP) will beim Thema Verkehr lieber auf die Meinung von Fachleuten setzen. «Wir müssen viel weiter in die Zukunft denken. Die Probleme von heute werden in ein paar Jahren nicht mehr aktuell sein.»

«Wir können nicht immer noch mehr realisieren, wenn die finanziellen Mittel fehlen.»
Michael Künzle, CVP

Kurzum: Ideen gab es viele. Michael Künzle betonte jedoch: «Wir haben bisher schon enorm viel gemacht. Wir können aber nicht immer noch mehr realisieren, wenn die finanziellen Mittel fehlen.» Es gelte immer, einen Mittelweg einzuschlagen und die verschiedenen Interessen abzuwägen.

Harmonie bei No-Billag

Für Harmonie in fast allen politischen Kreisen sorgte abschliessend die Frage von Top-Journalist Sandro Peter. Was werden die Kandidierenden bei der No-Billag-Initiative stimmen? Mit Ausnahme von  Pirat Marc Wäckerlin waren sich alle einig. Sie sind für ein «Nein».

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