×

Reportage aus dem Inneren Nordkoreas

Reportage aus dem Inneren Nordkoreas

Der leidenschaftliche Reisende Clemens W. Pachlatko besuchte Nordkorea. Seine Eindrücke zum abgeschotteten Land zeigt er am 27. September in der Stadtbibliothek Winterthur.

Christian
Saggese
Freitag, 23. September 2016, 14:58 Uhr
Clemens Pachlatko vor den Bronzefiguren von Kim Il-sung und Kim Jong-il. (Bild: zvg)

Mythos Nordkorea. Ein abgeschottetes Land, das aufgrund seiner Menschenrechtsverletzungen in weltweiter Kritik steht – und dennoch fasziniert die offen gelebte Diktatur viele Schweizer. So auch den 33-jährigen Clemens Pachlatko aus Zürich. Er besuchte das Land während sieben Tagen im Juli/August 2015. Wie er Nordkorea erlebt hat, präsentiert der Schulleiter am Dienstag, 27. September, um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Winterthur auf dem Kirchplatz.

Viele Bedenken vor der Reise
Für manche ist es schwer vorstellbar, wieso jemand dieses Land besuchen will. Warum entschied sich Pachlatko für diese Reise? «Seit 2014 beschäftige ich mich immer wieder mit dem Thema Grenzen. Daher bin ich zuerst nach Melilla und Ceuta, zwei spanische Exklaven in Nordafrika, gereist. Nordkorea war vor diesem Hintergrund sehr reizvoll, da es wohl die am strengsten bewachten Grenzen hat, und dies aus beiderlei Perspektiven.» Bedenken hatte er viele und das System unterstütze er auf keinen Fall. «Wären aber Menschenrechtsverletzungen ein Hindernisgrund gewesen, dürfte man viele Länder nicht mehr besuchen.» Für ihn seien Reisen wie Bildung: «Eine Erweiterung von persönlichem Horizont und Erfahrungsschatz.»

Kein Kontakt zu Zivilisten
Für Touristen ist Nordkorea schwer zugänglich. Auch Clemens Pachlatko erlebte das Land nur in geführten Touren und in Begleitung. Mit Zivilisten kam er so nie in Kontakt, erlebte diese aber passiv mit. Darüber wird er am Vortrag berichten. Auch über die eindrücklichsten Erlebnisse. Er verrät bereits: «Sehr eindrucksvoll fand ich die Massensynchronisationen von Veranstaltungen und Paraden – wie die Menschen sich im Kollektiv für solche Dinge hergeben beziehungsweise einspannen lassen. Der ganze Personenkult war auch sehr speziell – das kennt man von hier nicht, nicht einmal in einem religiösen Verständnis. Als Lehrer hat mich natürlich sehr interessiert, wie Bildung funktioniert und auch dies war sehr eindrucksvoll zu erleben. Zumindest das, was ich sehen durfte.»

Kommentar schreiben

Kommentar senden