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Massnahmen gegen das Phänomen «Jihadismus»

Massnahmen gegen das Phänomen «Jihadismus»

Die Stadt Winterthur schafft eine Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention als Anlaufstelle für die Bevölkerung. Diese ist eine der Massnahmen, welche die Stadt im Zusammenhang mit dem Phänomen des Jihadismus umsetzt.

Eva
Kamber
Dienstag, 17. Mai 2016, 08:14 Uhr

Der Winterthurer Stadtrat und die verschiedenen Fachstellen der Stadtverwaltung beschäftigen sich seit rund anderthalb Jahren mit dem Phänomen der Jihadreisenden. Die Zuständigkeiten sind dabei klar geregelt: Im Bereich Sicherheit liegt die Hauptverantwortung beim Kanton und beim Bund; die Stadtpolizei leistet Unterstützung.

Im Bereich Prävention hat die Stadt hingegen weit grösseren Handlungsspielraum. Die Stadt habe denn auch ihr bereits bestehendes Förderungs- und Integrationsprogramm im Hinblick auf die neuen Herausforderungen überprüft und gezielt Anpassungen vorgenommen, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention

Der Stadtrat hat nun beschlossen, eine Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention zu schaffen. Sie wird für die Bevölkerung eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Themen Radikalisierung und extremistische Gewalt sein.

Die Fachstelle orientiert sich an derjenigen für Gewaltprävention der Stadt Zürich. Sie wird bei den Sozialen Diensten angesiedelt und ist bis Ende 2018 befristet. Die Leitung wird am Mittwoch öffentlich ausgeschrieben.

Weiterbildungsinitiative

Die Stadt Winterthur will ihre Fachpersonen für den professionellen Umgang mit der Problematik stärken und ihnen Instrumente geben, um bei Verdachtsfällen adäquat reagieren zu können.

Als Beitrag dazu fanden kürzlich insgesamt vier halb- bis ganztägige Workshops zum Thema «Jihadistische Radikalisierung» statt. Rund 200 Personen haben an den Workshops teilgenommen. Die Workshops wurden vom Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW durchgeführt.

Weitere Massnahmen

Bereits im vergangenen September hat eine Weiterbildungsveranstaltung zum Thema «Radikalisierung im Schulkontext» stattgefunden, an der rund 100 Personen aus dem Schulbereich teilgenommen haben.

Im Dezember hat sich Stadtpräsident Michael Künzle mit Vertretern sämtlicher Moscheegemeinden der Stadt Winterthur zu einer Aussprache getroffen. Es wurde vereinbart, den gegenseitigen Dialog zu stärken. In den kommenden Tagen wird die Stadt zu einem nächsten Treffen einladen, an dem konkrete Schritte aufgegleist werden sollen.

Weitere Massnahmen für eine verstärke Prävention gegen jihadistische Radikalisierungen seien derzeit in Prüfung, aber noch nicht spruchreif, so der Stadtrat. (eka)

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