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Kampf um Winterthurer Jagdrevier geht weiter

Versteigerung von Lehrrevier Eschenberg

Kampf um Winterthurer Jagdrevier geht weiter

Zürcher Jäger werden künftig im Jagdrevier Eschenberg in Winterthur ausgebildet. Der Stadtrat hat das Waldstück am Donnerstagabend einer Gesellschaft mit Mitgliedern des Vereins Jagd Zürich vergeben, nachdem die Versteigerung in einer Pattsituation geendet hatte.

SDA
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Donnerstag, 23. Februar 2017, 20:30 Uhr Versteigerung von Lehrrevier Eschenberg
Der Kampf ums Jagdrevier Eschenberg geht weiter. (Symbolbild: Rainer Sturm / <a href="http://www.pixelio.de/index.php">pixelio.de</a>)

Pünktlich um 17 Uhr gab der Winterthurer Stadtrat Josef Lisibach (SVP), interimistischer Vorsteher von Stadtgrün, den Startschuss zur Versteigerung der Waldstücke auf Stadtgebiet. Die Jagdreviere Beerenberg, Lindberg, Mörsburg und Hegiberg waren schnell erledigt, da sich jeweils nur eine Gruppe für die Pacht beworben hatte.

Das umstrittene Waldstück auf dem Eschenberg kam erst ganz am Schluss unter den Hammer – drei Gesellschaften hatten sich dafür beworben. Dieses Jagdrevier soll ab 1. April 2017 in Zusammenarbeit mit dem Verein der Zürcher Jäger, Jagd Zürich, als Lehrrevier genutzt werden.

258 Reviere im Kanton Zürich

Die Schaffung eines Lehrreviers für angehende Jäger im Kanton Zürich stand schon längere Zeit zur Diskussion. Im März 2016 teilten die kantonale Jagdverwaltung und der Verein Jagd Zürich dann mit, dass sie das Jagdrevier Eschenberg in Winterthur ins Auge gefasst hätten.

Der Kanton Zürich kann die Verpachtung seiner Jagdreviere aber nicht alleine festlegen: Alle acht Jahre werden die 258 Reviere von den Gemeinden an eine Jagdgesellschaft verpachtet, die sich zuvor selber formiert hat. Die nächste Pachtperiode dauert vom 1. April 2017 bis 31. März 2025. Im Jagdgesetz ist zudem ein Ausbildungsrevier gar nicht vorgesehen.

Der Winterthurer Stadtrat stellte sich aber hinter das Ansinnen des Kantons und beschloss, das Jagdrevier Eschenberg künftig als Lehrrevier zu verpachten. Eine Auflage für den Entscheid zur Verpachtung war denn auch die Gewährleistung einer Zusammenarbeit mit dem Verein Jagd Zürich.

Drei Mitglieder der jetzigen Jagdgesellschaft des Eschenbergs schlossen sich darauf mit drei Vorstandsmitgliedern vom Verein Jagd Zürich zusammen, ein weiterer Winterthurer Jäger komplettierte die Gesellschaft.

Widerstand kam vom Noch-Obmann des Eschenberg-Gebiets. Dieser befürchtete, dass die Sicherheit im rege benutzten Wald und Naherholungsgebiet gefährdet ist. Zusammen mit drei Jägern reichte er ebenfalls eine Bewerbung ein.

Am Donnerstagabend kam von dieser Gruppe der Vorwurf, der Entscheid scheine bereits vorweggenommen zu sein. Eine dritte, vierköpfige Jagdgesellschaft bot am Donnerstagabend ebenfalls mit.

Pattsituation beim Maximum

Die Versteigerung endete mit einer Pattsituation der drei Interessenten bei 10'303 Franken und 50 Rappen: Das Jagdgesetz sieht vor, dass die neue Pacht maximal 50 Prozent über dem des minimalen berechneten Werts liegt.

Der Entscheid lag damit bei Bauvorsteher Lisibach. Der interimistische Vorsteher von Stadtgrün entschied sich in Folge für die Gesellschaft um den Verein Jagd Zürich. Diese könnten die Zusammenarbeit mit dem Verein Jagd Zürich am besten gewährleisten, war unter anderem die Begründung von Lisibach.

Gegen den Entscheid können die beiden unterlegenen Gesellschaften Rekurs beim Bezirksrat einlegen. Ob sie dies machen werden, konnten sie auf Anfrage aber nicht sagen. (sda)

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