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FC Winterthur passt sich tieferem Budget an

FC Winterthur passt sich tieferem Budget an

Der Saisonstart ist dem FC Winterthur nicht geglückt. Bereits zwei Niederlagen musste das Team einstecken. Die Kritik der Fans liessen nicht lange auf sich warten. Nun nimmt FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli Stellung.

Talina
Steinmetz
Mittwoch, 02. August 2017, 12:43 Uhr

Zuerst verlor der FC Winterthur sein erstes Spiel der Saison auf der Schützenwiese mit 3:1 gegen Wohlen, dann folgte die zweite Schlappe in Rapperswil mit 1:3. Keine Frage, dieser Saisonstart lässt zu wünschen übrig. Der schlechte Start des FCW erinnert stark an die vergangene Saison, in der sie um den Erhalt der Liga kämpften. 

Anhänger des Winterthurer Fussballclubs machten ihrem Ärger in den Sozialen Medien Luft. Sprüche wie «Das Runde muss ins Eckige. Egal wie», «Die Verteidigung war eine Katastrophe» oder «Das Leiden hat wieder begonnen» zeigen auf, wie enttäuschend der FC Winterthur bis jetzt abschnitt.

Die Stellungnahme von FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli (Quelle: Facebook):

FCW ist Winterthurern nicht egal

Das bemerkte auch Andreas Mösli, der Geschäftsführer des FC Winterthurs. Auf Facebook hat er nun ein Statement zur momentanen Situation veröffentlicht. «Grundsätzlich sind die emotionalen Regungen der Fans ein wichtiges und gutes Zeichen. Die vielen Reaktionen zeigen: Der FCW ist den Menschen in Winterthur nicht egal», schreibt der FCW-Geschäftsführer.

Er gibt aber zu bedenken, dass der Club in einer schwierigen Phase stecke. «Unsere langjährige Hauptsponsorin, die Keller AG für Druckmesstechnik, hat bekanntlich beschlossen, ihr grosszügiges Engagement per 1. Juli 2017 deutlich zu reduzieren.»

Daraufhin musste das Budget bei der Lizeneingabe für die Challenge League 2017 / 18 auf 3.9 Millionen Franken reduziert werden. «Auf der anderen Seite steigen die Kosten für das Drumherum stetig an. Allein das Stadion, die Energie und die Sicherheit kosten uns mittlerweile gegen 500‘000 Franken», so Andreas Mösli.

Verkaufen, verschulden oder anpassen

Dem FC Winterthur seien daraufhin drei Möglichkeiten geblieben: Man verkauft den Klub ausländischen Investoren, wie das der FC Wil getan hat. Oder man verschuldet sich, hofft auf ein Wunder und setzt notfalls Politik und Wirtschaft unter Druck, um den Klub wieder zu sanieren.

«Schliesslich entschieden wir uns für die dritte Möglichkeit», gibt Andreas Mösli bekannt. «Wir passen die sportlichen Ambitionen an das tiefere Budget an und versuchen, die Lücke mit neuen regionalen Geldgebern zu schliessen, was aber nicht auf die Schnelle möglich sein wird», sagt der FCW-Geschäftsführer.

Sie wollen sich zu Winterthur und einer realistischen Finanzpolitik bekennen. «Das ist unsere Nische und Chance für eine nachhaltige Zukunft», ist sich Andreas Mösli sicher.

Nicht ohne Konsequenzen

Es sei ihm bewusst, dass diese Massnahme nicht ohne Konsequenzen bleiben werde. Die Mannschaft wurde noch einmal stark verjüngt. Diese Handlung entspreche zwar ihrem Konzept zur Ausbildung, jedoch relativiert sie die sportlichen Erwartungen, die in den FCW projiziert werden – zumindest für eine Saison.

 «Ziel ist es aber, möglichst schnell wieder an der Spitze der Challenge League mitzuziehen», stellt Andreas Mösli klar. Und fügt an: «Wenn jeder seinen Beitrag nach seinen Möglichkeiten leistet, werden wir es schaffen.

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