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Moschee in Winterthur

Ermittlungen wegen Sex mit Kindern im An'Nur-Vorstand

Ein ehemaliges Vorstandsmitglied der umstrittenen Winterthurer An'Nur Moschee soll Sex mit Minderjährigen gehabt haben. Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren gegen den Mann aus dem Thurgau ausgeweitet. Belastende Telefongespräche sind aufgetaucht.

Mike
Gadient
Dienstag, 20. Juni 2017, 07:15 Uhr Moschee in Winterthur
An'nur-Moschee
Die Schlagzeilen um die An'Nur-Moschee in Winterthur-Hegi reissen nicht ab. (Bild: Keystone)

Schon seit zwei Jahren dauern die Ermittlungen gegen das ehemalige Vorstandsmitglied, berichtet der «TagesAnzeiger». Der Mann, welcher mittlerweile im Thurgau lebt, soll nicht nur die Terrororganisation IS unterstützt haben. Ihm wird vorgeworfen, dass er Sex mit Kindern gehabt haben soll. Der Mann streitet dies ab.

Polizei hörte Gespräche mit

Eine mögliche Betroffene soll eine 14-jährige Schülerin aus Winterthur sein. Sie ist vor drei Jahren mit ihrem älteren Bruder nach Syrien gereist. Nach einem Jahr kehrten die beiden wieder zurück. Die Ehefrau des ehemaligen Vorstandsmitglieds soll am Telefon über Geschlechtsverkehr zwischen ihrem Mann und der 14-Jährigen gesprochen haben. Zudem erwähnt sie offenbar einen weiteren Sexualkontakt.

Die Polizei hörte offenbar Gespräche mehrere Islamisten mit. Mit ihnen soll das verschwundene Geschwisterpaar in Kontakt gestanden haben. Das Mädchen aus Winterthur soll den beschuldigten Mann bei den Befragungen bisher nicht belastet haben.

Razzia und Auseinandersetzung

Die Moschee war in der Vergangenheit wiederholt in die Schlagzeilen geraten – unter anderem im Februar nach der Festnahme von zehn Personen wegen eines Angriffs auf zwei Glaubensbrüder, die interne Informationen an einen Journalisten weitergegeben haben sollen (mehr dazu).

Die Moschee sorgte auch im Zusammenhang mit Dschihad-Reisenden für Schlagzeilen. Mehrere Jugendliche waren nach Syrien gereist und hatten sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Alle sollen in der An'Nur-Moschee radikalisiert worden sein.

Am 2. November 2016 führte die Polizei eine Razzia durch und verhaftete insgesamt vier Personen - darunter einen äthiopischen Imam. Dieser soll in seiner Predigt vom 21. Oktober zur Tötung jener Muslime aufgerufen haben, die sich nicht an die Gebetszeiten halten. (Top Online)

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