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Zum Internationalen Asteroidentag

Einschlagsgefahr von Asteroiden ist grösser, als man denkt

Am Freitag, 30. Juni, wird der Internationale Asteroidentag begangen. Er soll auf die Einschlagsgefahr von Asteroiden und Kometen auf die Erde aufmerksam machen – und die ist erheblich grösser, als man gemeinhin denkt.

Eva
Kamber
Dienstag, 20. Juni 2017, 08:58 Uhr Zum Internationalen Asteroidentag
Der etwa einen Kilometer grosse Asteroid 2014 JO25 flog am 19. April in nur 1,8 Millionen km Distanz an der Erde vorbei. Der Einschlag eines solchen Brockens auf der Erde hätte überregionale Konsequenzen. (Foto: mgr/Sternwarte Eschenberg)

Im Dezember 2016 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 30. Juni als offiziellen Gedenktag festgesetzt. Der Internationale Asteroidentag erinnert an den Impakt eines kosmischen Kleinkörpers in Sibirien am 30. Juni 1908. Das geheimnisumwitterte sogenannte Tunguska-Ereignis macht heute auf die Einschlagsgefahr von Asteroiden und Kometen auf die Erde aufmerksam.

Fachleute sorgen sich 

Wie die Astronomische Gesellschaft Winterthur (AGW) mitteilt, gehören wissenschaftliche Beobachtungen von Asteroiden seit 1998 in die Kernkompetenz ihrer modern ausgerüsteten Sternwarte Eschenberg. Der Leiter des lokalen Observatoriums, Markus Griesser, hat im Mai 2017 die 15‘000ste hochgenaue Positionsmessungen alleine an erdnahen Himmelskörpern ausgeführt. Bei über 300 dieser sogenannten Near Earth Asteroids lieferte er kurz nach der Entdeckung weitere Positionsdaten, die das Minor Planet Center in Cambridge (Mass. USA) für eine erste Bahnbestimmung verwenden konnte.

Je ein Büro bei der amerikanischen Raumfahrbehörde NASA und bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA berechnet mit voneinander unabhängigen Computermodellen bei jedem dieser neu gefundenen Objekte die Risiken für einen möglichen Einsturz innerhalb der nächsten hundert Jahre. Aktuell enthält die Liste der ESA 630 Kleinplaneten. Diese hohe Zahl an Risiko-Asteroiden bereitet den Fachleuten Sorgen.

Immer wieder exotische Erdenstürmer

Von Winterthur aus wurden schon etliche ungewöhnliche Objekte verfolgt. So ist der von Markus Griesser im November 2002 mitentdeckte Asteroid 2002 VE68 zehn Jahre später von spanischen Spezialisten als bisher einziger «Quasimond» des Planeten Venus entlarvt worden. Im September 2016 vermass die Sternwarte Eschenberg als erste europäische Station den Asteroiden 2016 RB1, der nur 20 Stunden später in beängstigend nahen 38‘000 km Distanz an der Erde vorbeischrammte (wir berichteten).

Und am vergangenen 29. März wies das «Eschenberg Observatory, Winterthur» den kurz zuvor in den USA entdeckten und nur vier Meter kleinen Asteroiden 2017 FT102 als eine der weltweit ersten Sternwarten in seiner schier unglaublichen Distanz von mehr als einer Million Kilometern nach.

Präsentation in der Sternwarte

Wie werden Erdnahe Asteroiden entdeckt? Warum verfolgt man sie über Jahre weiter? Und wie beurteilen Fachleute die Risiken für einen Einschlag? Hätten wir allenfalls eine Abwehrmöglichkeit? – Auf diese und weitere Fragen geht Markus Griesser in seinem Vortrag ein.

Begrenzte Platzzahl, deshalb Anmeldung per Mail nötig über info@eschenberg.ch  

Freitag, 30. Juni 2017, 20 Uhr, Vorraum der Sternwarte Eschenberg (evt. Wiederholung am Samstag, 1. Juli, 20 Uhr)

Bitte Parkplätze oben beim und neben dem Restaurant benutzen.

(eka)

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