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«Die Ausstellungen sollen lebendig bleiben»

Neuer Kunstmuseum-Direktor

«Die Ausstellungen sollen lebendig bleiben»

Konrad Bitterli ist der neue Kunstmuseum-Direktor in Winterthur. Auf ihn wartet nun unter anderem die Erarbeitung des neuen Museumskonzepts. Anfang 2018 soll dieses stehen. Allerdings gibt es für den 57-Jährigen vorerst noch ein paar Mängel zu lösen.

Tina
Schöni
Dienstag, 04. Juli 2017, 10:45 Uhr Neuer Kunstmuseum-Direktor

Seit Anfang Juli ist Konrad Bitterli der neue Direktor am Kunstmuseum Winterthur. Der 57-Jährige hat Anglistik, Kunstgeschichte und Germanistik studiert und war zuvor 27 Jahre lang stellvertretender Direktor am Kunstmuseum in St. Gallen. Für sein neues Amt ist Konrad Bitterli nach Winterthur gezogen. Derzeit beschäftigt er sich intensiv mit dem Museumskonzept der Stadt Winterthur.

Sie waren 27 Jahre lang stellvertretender Leiter des Kunstmuseums in St. Gallen. Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich nach all den Jahren für in Winterthur beworben haben?

Konrad Bitterli: In St. Gallen habe ich in 27 Jahren spannende Ausstellungen realisiert und mich für die jüngere zeitgemässe Kunst eingesetzt. Nach dieser langen Zeit kam der Moment, wo ich mir einen Tapetenwechsel gewünscht habe. Ausserdem gibt es in Winterthur eine der grandiosesten Sammlungen des 19. Jahrhunderts und der Moderne in der Schweiz. Auch das war ein Grund, mich für die Stelle zu bewerben.

Weshalb glauben Sie, der richtige Mann für dieses Amt zu sein?

Die Museumsfusion vom Kunstmuseum und dem Museum Oskar Reinhart ist eine spannende Herausforderung, für die ich mich gerne einsetze. In St. Gallen habe ich zusammen mit Roland Wäspe ein Museum übernommen, das zuvor während 17 Jahren geschlossen war. Ich war also bereits federführend tätig bei der Reorganisation eines Museums und damit auch mit konzeptionellen und strategischen Fragen beschäftigt. Diese Erfahrungen sind bei der Umsetzung des Museumskonzepts sehr hilfreich.  

Welche Herausforderungen gibt es bezüglich dieses Konzepts noch zu bewältigen?

In beiden Häusern – im Kunstmuseum und im Museum Oskar Reinhart – gibt es noch Defizite, die wir verbessern müssen. Sie sollen sich nicht gegenseitig konkurrieren, sondern eine gesamtübergreifende Identität entwickeln. Bisher haben beide Museen separat gearbeitet, Kunst-Epochen wurden getrennt präsentiert und die Kunstvermittlung bisher stark vernachlässigt. Hier gibt es überall Potential zur Optimierung.

Wie werden Sie diese Aufgabe nun angehen?

Primär gilt es, eine gemeinsame Identität aufzubauen und diese gegen aussen zu vertreten. Das bedingt strategische und organisatorische Änderungen. Ausserdem arbeiten wir mit Grafikern und Werbeagenturen zusammen. Ab dem 1. Januar 2018 sollen die beiden Häuser dann unter einem Dach auftreten. Die Museen und Ausstellungen sollen komplementäre Arbeiten zeigen und sich gegenseitig ergänzen.

Inwiefern schränkt Sie die angespannte finanzielle Situation der Stadt Winterthur bei der Umsetzung des Museumskonzepts ein?

Ich komme ja aus einem Museum, das einen sehr bescheidenen finanziellen Rahmen kannte. Deshalb habe ich deswegen keine schlaflosen Nächte. Dennoch lassen sich spannende Projekte realisieren. Es ist allerdings klar, dass die grossen «Blockbuster-Ausstellungen» nicht in Winterthur stattfinden werden.  

Wie möchten Sie die Museen und Sammlungen künftig weiterentwickeln?

Mein Fokus gilt der zeitgenössischen Kunst. Ein Ziel ist es, junge und noch unbekannte Künstler vorzustellen, und damit auch ein jüngeres Publikum zu erreichen. Und auch der Sammlung wird ein wenig Bewegung durchaus gut tun. Das heisst aber nicht, dass jetzt das ganze Museum Kopf stehen wird. (lacht).

Der Grosse Gemeinderat hat im Mai dem Museumskonzept und damit der Subventionserhöhung um 350‘000 Franken zugestimmt. Das Drei-Häuser-Konzept sieht vor, das Kunstmuseum, das Museum Oskar Reinhart und die Villa Flora zusammenzuführen. Die Verantwortung obliegt dem Kunstverein Winterthur. Der gemeinsame Auftritt, die Anpassung der Betriebsstruktur sowie der Ausbau der Kunstvermittlung sind zukünftig zentrale Themen in der Umsetzung des Museumskonzeptes.

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