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Der FC Winterthur braucht wieder Leaderfiguren

Fazit nach der «abverreckten Saison»

Der FC Winterthur braucht wieder Leaderfiguren

Der FC Winterthur hat eine schwache Saison hinter sich. Die Zuzüge Davide Callà und Sead Hajrovic sollen nun die dringend benötigten Charakterköpfe sein. Vom neuen Trainer erhofft man sich mehr Stabilität.

Michael
Hotz
Mittwoch, 30. Mai 2018, 13:21 Uhr Fazit nach der «abverreckten Saison»

Platz 9 und 32 Punkte aus 36 Partien. So schlecht wie in der abgelaufenen Saison präsentierte sich der FC Winterthur seit der Einführung der Zehnerliga in der Challenge League 2012 noch nie.

Nur der abgeschlagene FC Wohlen, der sich Anfang Jahr freiwillig aus der zweithöchsten Spielklasse verabschiedet hatte, sorgte dafür, dass die Winterthurer nie um den Klassenerhalt zittern mussten. Selbst im Cup, in dem der FCW in den letzten Jahren immer wieder für Efforts gut war, scheiterte er bereits im Sechszehntelfinal an der SR Delémont aus der Promotion League.

Qualität der Spieler sei gut genug

So war seitens FC Winterthur oft von einer «abverreckten Saison» die Rede. Oliver Kaiser, der Leiter Sport, beschönigt nichts: «Es war nicht gut, so einiges hat nicht gepasst.» Hinten sei man zu anfällig gewesen und habe zu viele Tore kassiert. Vorne habe die Durchschlagskraft gefehlt, seien zu wenige Tore erzielt worden. «An der individuellen Qualität der einzelnen Spieler lag es aber nicht», urteilt Oliver Kaiser. Vielmehr habe das Team einfach nie zusammengefunden.

Zu sehr mit sich selbst beschäftigt

Silvio, der eine Führungsrolle einnehmen sollte, wollte den FCW anfangs lieber verlassen. (Foto: Damian Keller)

Für den Kit einer Mannschaft sind Leaderfiguren vonnöten. Davon hatte der FCW wohl zu wenige in seinen Reihen. Einige «Charakterköpfe», von denen Umberto Romano noch vor der Saison mehr gefordert hatte, waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Silvio wollte anfangs eigentlich lieber weg, Kreso Ljubicic war zu oft verletzt. «Wir sind stetig auf der Suche nach Führungsspielern», sagt Oliver Kaiser. Das gelte aber auch für alle anderen Vereine. Was die finanziellen Verhältnisse betrifft habe es der FCW schwer. «Gewisse Spieler bekommen wir einfach nicht.»

U17-Weltmeister auf der Torhüterposition

Mit dem vorhandenen Budget sondiert der FC Winterthur trotzdem den Markt. Einige Zuzüge konnte der Klub bereits vermelden. Vom FC Basel stösst der Tössfeldemer Davide Callà zum Team. Innenverteidiger Sead Hajrovic kehrt ebenfalls auf die Schützenwiese zurück. Sie sind als Leaderfiguren vorgesehen. «Beide verfügen über eine starke Persönlichkeit», sagt Oliver Kaiser über sie. Dazu hat vor kurzem Torhüter Raphael Siegel für zwei Jahre unterschrieben. Der Schweizer U17-Weltmeister ersetzt Matthias Minder, der zu Xamax weitergezogen ist. Captain Luca Radice hat zudem seinen Vertrag um ein Jahr (plus Option für ein weiteres) verlängert.

Neuer Trainer bringt viel Erfahrung mit

Ralf Loose (r.) soll das Team stabilisieren. (Foto: PD)

Klar ist auch, wer beim FC Winterthur in der nächsten Saison an der Seitenlinie stehen wird. Ralf Loose unterschrieb für ein Jahr. Oliver Kaiser streicht die grosse Erfahrung des 55-jährigen Deutschen heraus: «Er hat lange im Nachwuchsbereich gearbeitet, kann aber auch mit gestandenen Spielern umgehen. Auch verfügt er über das nötige technische und taktische Wissen.» Als Ralf Loose einst in Lichtenstein anheuerte, attestierte ihm Günter Netzer einen einwandfreien Charakter.

Nichts mit Abstieg zu tun haben

Der Auftrag von Oliver Kaiser an Ralf Loose lautet, die Mannschaft zu stabilisieren. «Er soll das Team in Bereiche führen, in denen wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.» Das Kredo dazu sei, den Job jeden Tag richtig zu machen. Das gelte aber für alle beim FC Winterthur. «Es muss eine bessere Saison als die letzte geben.»

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