×

«Der Abstieg muss auf jeden Fall verhindert werden»

FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli

«Der Abstieg muss auf jeden Fall verhindert werden»

Der FC Winterthur gastiert am Freitag zum Abschluss seines Sportjahres 2017 beim Leader Xamax. Als Tabellenvorletzter steckt der FCW in seiner ersten Saison nach Hannes W. Keller mitten im Abstiegskampf. Sportlich läuft es also nicht, dazu kommt die finanzielle und personelle Lücke, die der ehemalige Mäzen hinterlassen hat. FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli bleibt trotzdem optimistisch.

Michael
Hotz
Mittwoch, 06. Dezember 2017, 11:03 Uhr FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli

Der FC Winterthur beendet diesen Freitag sein turbulentes Sportjahr 2017. Nach der Partie beim Leader Xamax ist die Vorrunde vorbei. So oder so wartet auf die Vereinsverantwortlichen viel Arbeit in der Winterpause. Der FCW ist nur einen Punkt vom Abstiegsplatz entfernt. Bei einer Niederlage in Neuenburg droht gar die Überwinterung am Tabellenende.

Diese ungemütliche Lage anerkennt auch FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli: «Wir sind natürlich nicht zufrieden. Eigentlich müssten wir mit dieser Mannschaft mehr Punkte auf dem Konto haben.» Bereits vor dem Meisterschaftsstart sei jedoch klar gewesen, dass es eine schwierige Saison werden würde.

Ein Präsident soll 2018 endlich her

Der FCW befindet sich in einer Übergangssaison. Hannes W. Keller hinterliess eine personelle und finanzielle Lücke. Seit dem Abgang des ehemaligen Mäzens ist das Präsidentenamt im Vorstand unbesetzt. «Zu Beginn liessen wir die Position bewusst offen, damit ein möglicher Grosssponsor die Möglichkeit hätte, auch das Präsidium zu übernehmen. Wir sind nun aber an einem Punkt, an dem wir einen neuen Präsidenten brauchen», sagt Andreas Mösli. Deshalb müsse 2018 eine Person gefunden werden.

Dem FC Winterthur fehlen aber auch die 700’000 bis 1,5 Millionen Franken, die Hannes W. Keller in den vergangen Jahren einschoss. Die finanzielle Emanzipation vom ehemaligen Geldgeber ist gemäss Andreas Mösli im vollen Gange. «Bis anhin sind rund 200'000 Franken an neuen Geldern zusammengekommen.»

Der FCW-Geschäftsführer ist sich bewusst, dass dies nicht die ganz grossen Sprünge sind, aber der Prozess sei aufwendig und brauche Zeit. «Ich bin zufrieden, wie es läuft. Wir wollen uns langfristig noch breiter in der regionalen Wirtschaft abstützen. Kurzfristig brauchen wir aber auch grössere Beträge, um das jetzige Niveau halten zu können.»

Kooperation mit dem SC Freiburg?

Eine Lösung könnte die Zusammenarbeit mit einem ausländischen Verein sein. Der FCW führt mit einem Klub Gespräche. Welcher das genau ist, will Andreas Mösli nicht verraten. Er sagt dazu nur: «Es ist ein Verein, der in der Nähe liegt.» Gerüchten zufolge handelt es sich um den SC Freiburg. Die Kooperation müsse beiden Seiten nützen. «Unsere Eigenständigkeit muss respektiert werden. Wir wollen nicht zu einem Satelliten-Klub ohne eigene Seele werden», stellt Andreas Mösli klar.

Der FCW erhoffe sich dadurch, die Qualität steigern zu können und finanzielle Mittel oder kostenlose Leihspieler zu erhalten. Konkret ist noch nichts, das Wunschziel von Andreas Mösli ist jedoch, dass die Zusammenarbeit bereits ab nächster Saison beginnen kann. Bis zur Lizenzeingabe Ende Februar, Anfang März soll zumindest ein Grundsatzentscheid her.

Transfers sind im Winter geplant

Neben diesen Verhandlungen will  der FC Winterthur die Winterpause nutzen, um sich auf dem Transfermarkt umzusehen. «Ich glaube, wir kommen nicht darum herum, noch ein, zwei Verstärkungen zu holen. Der Abstieg muss auf jeden Fall verhindert werden», sagt Andreas Mösli. D

Der Verein wolle zwar weiterhin auf junge Spieler bauen – der FCW hat bis anhin von allen Super- und Challenge-League-Teams die meisten U21-Spieler eingesetzt. Man habe aber mittlerweile erkannt, dass besonders im Mittelfeld eine erfahrene Führungspersönlichkeit fehle.

Kein Thema ist, das Trainerduo Umberto Romano und Dario Zuffi zu ersetzen. «Wir haben viele Spiele wegen individueller Fehler verloren, die zu Gegentoren führten. Dafür können die Trainer nichts», meint Andreas Mösli dazu. Die Zeit bis zur Rückrunde sollen Romano/Zuffi nutzen, um dem Team wieder das nötige Selbstvertrauen zu verleihen. Im Kampf um den Ligaerhalt wird die psychische Stabilität dringend benötigt.

Kommentar schreiben

Kommentar senden