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«Das Sozialdepartement benötigt eine andere Kultur»

«Das Sozialdepartement benötigt eine andere Kultur»

Daniel Oswald strebt einen zweiten Stadtratssitz für die SVP an. Der Fraktionspräsident im Winterthurer Gemeinderat kritisiert die zu ideologisch geführte Debatte im Verkehrswesen. Die Wahl findet am 12. Februar, statt.

Michael
Hotz
Donnerstag, 02. Februar 2017, 17:15 Uhr
Der Stadtratskandidat Daniel Oswald (SVP) will mit seiner konsequenten bürgerlichen Politik punkten. (Bild: zvg)

Fünf Winterthurer Kandidierende kämpfen am 12. Februar um den frei werdenden Stadtratssitz von Matthias Gfeller (Grüne). Dessen Nachfolger wollen Jürg Altwegg (Grüne), Barbara Huizinga-Kauer (EVP), Christa Meier (SP), Daniel Oswald (SVP) und Michael Zeugin (GLP) werden. Der SVP-Anwärter kritisiert die ideologisch geführte Debatte im Verkehrswesen.

Was ist Ihre persönliche Motivation, für den Winterthurer Stadtratzu kandidieren?

Daniel Oswald: Winterthur ist eine wirklich tolle Stadt. Mir gefällt es hier sehr gut. Meine Familie ist hier heimisch geworden. Neben meinem allgemeinen Interesse an der Politik möchte ich damit der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Umso mehr würde es mich freuen, wenn die Winterthurerinnen und Winterthurer dies auch so sehen.

Welche Vorzüge bringen Sie für das Amt mit?

Die Stadt hat rund 5000 Mitarbeitende. Je nach Departement müssen bis zu 1000 Angestellte geführt werden. Die operative Führung der Betriebe ist also ein wichtiger Punkt. Darin habe ich breite Erfahrung als ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied von Burckhardt Compression und jetziger Abteilungsleiter bei Stadler Rail.

Als Person bin ich sehr fordernd, gegenüber mir und dem Umfeld. Ich bin ein Macher, sonst verändert sich nichts. Wichtig ist dabei, sein Team entsprechend zu motivieren und hinter ihm zu stehen. Zudem bin ich prinzipientreu. Ich will wegen meiner eigenen politischen Positionen gewählt werden. Sonst ändert sich in Winterthur zu wenig.

Welche Themen liegen Ihnen als SVP-Politiker besonders am Herzen?

Neben den Finanzen würde ich zwei Themen angehen. Einerseits den Verkehr. Am 12. Februar steht die Abstimmung über den Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr an. Der Fonds beinhaltet wichtige Projekte, wie den Ausbau der Autobahn rund um Winterthur auf sechs Spuren und die Erschliessungsstrasse Neuhegi-Grüze. Ich bin der einzige Kandidat, der hinter diesen Anliegen steht. Die Verkehrsdebatte wird zu ideologisch geführt. Das bringt nichts, es braucht Lösungen für alle.

Ein zweiter Punkt sind städtische Leistungen. In zu vielen Bereichen unterstützen wir Menschen in einem ungesunden Mass. Das führt nur zu einer Unselbständigkeit. Etwa im Sozialbereich machen wir es genau falsch. Wir motivieren die Menschen nicht, selber etwas zu unternehmen, sondern betreuen bloss. Weshalb zahlen wir bessere Leistungen als andere Gemeinden und wundern uns dann, dass die Kosten durch die Decke gehen?

Welche politischen Baustellen würden Sie als Stadtratsmitglied angehen wollen?

Bei den Technischen Betrieben würde ich zuerst die Installationsabteilung unter die Lupe nehmen. Dieser Bereich ist keine Aufgabe der Stadt, es gibt genügend Sanitärinstallateure und Elektriker in Winterthur. Auch muss die generelle Organisation bei Stadtwerk hinterfragt werden. Das Sozialdepartement benötigt eine andere Kultur. Es gibt selbstverständlich Menschen, denen die Stadt helfen muss, aber ich will im Sozialwesen kein Giesskannenprinzip.

Welches Departement würden Siegern übernehmen?

Grundsätzlich bin ich bereit, jedes Departement zu übernehmen. Die Technischen Betriebe würde ich gern machen. Auch das Soziale oder die Finanzen. Wenn man sieht, welche Desinformation ­Finanzvorsteherin Yvonne Beutler (SP) mit ihrem Schreiben zur Unternehmenssteuerreform III an die Bevölkerung weitergibt, wäre es gut, wenn dieses Amt eine Person ausübt, die mit Fakten arbeitet und nicht mit Emotionen. Mit ihrem Brief hat Yvonne Beutler eine Grenze überschritten, das ist inakzeptabel.

Nach fast zwölf Jahren Unterbruch zog 2014 mit Josef Lisibach wieder ein SVP-Politiker in den Winterthurer Stadtrat ein. Sie streben nun gar einen zweiten Sitz für die SVP an. Ist Ihre Partei für Winterthurer wählbarer geworden?

Wir haben in den letzten zehn Jahren konsequent und transparent bürgerlich politisiert. Wir wollen nicht nur fordern und kritisieren, sondern auch Verantwortung übernehmen. Im städtischen Parlament haben wir einen ähnlichen Stimmenanteil wie die SP. Der zweite Sitz im Stadtrat für die SVP wäre somit die logische Folge.

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