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Alte Schlossscheune wird zu Kulturpalast

Millionenprojekt aus Turbenthal

Alte Schlossscheune wird zu Kulturpalast

Die Pläne für ein überregionales Kulturzentrum in Turbenthal gehen in die nächste Runde: Neu wird auch die Gemeinde- und Schulbibliothek in das alte Schlossguet integriert.

Mirja
Keller
Dienstag, 19. Dezember 2017, 17:10 Uhr Millionenprojekt aus Turbenthal
In der alten Heuscheune ist es bitterkalt. Mehrere ausgediente Kutschen und Fuhrwerke stehen verlassen in der Mitte eines meterhohen Holzbaus. «Hier soll der grosse Saal des Kulturzentrums entstehen», klärt Markus Küng auf. Er ist Vorsitzender der Kommission «Schlossguet», die aus der alten Schlossscheune in Turbenthal ein überregionales Kulturzentrum für rund 7,5 Millionen Franken realisieren will (wir berichteten).
 
Gestern berichtete die Kommission «Schlossguet» nun an einer Medienkonferenz über den neusten Stand des Projekts. So wurde vor kurzem der Umzug der Bibliothek in die alte Scheune sowohl vonseiten des Gemeinderats, der Sekundarschulpflege Turbenthal-Wildberg als auch der Primarschulpflege Turbenthal einstimmig beschlossen.
 
«Als nächsten Schritt werden wir das Gesamtkonzept beim kantonalen Lotteriefonds einreichen», sagt Markus Küng. Dieser habe in Aussicht gestellt, rund drei Millionen Franken zur Realisierung des Kulturzentrums zu sprechen.
 
Platz für private Anlässe
 
Im Gesamtkonzept der Kommission sind gleich mehrere Parteien vorgesehen. So soll neben der Bibliothek auch ein sogenanntes Info- sowie Kulturzentrum in der alten Scheune Platz finden. Dafür ist ein grösserer Mehrzwecksaal im ehemaligen Heuschober vorgesehen. «Wir stellen uns vor, dass hier Ausstellungen, Theatervorstellungen und Vorträge stattfinden», sagt Fritz Fuhrimann vom Verein für ein Ortsmuseum Turbenthal und Mitglied der Kommission.
 
Da in Turbenthal ausserdem ein Mangel an Veranstaltungsräumen bestehe, wolle man Raum für Vereinsanlässe, private Festivitäten und ähnliches anbieten können. Dazu soll auch eine Küche gebaut werden.
 
«Es ist uns bewusst, dass es sich um ein ehrgeiziges Projekt handelt.»
Markus Küng, Kommissionspräsident
 
«Es ist uns bewusst, dass es sich um ein ehrgeiziges Projekt handelt», so Küng. «Das Schlossguet umzubauen ist aber eine grosse Chance für Turbenthal und die ganze Region.» Es sei zudem klar, dass die Schlossscheune saniert werden müsse. Seit die Gemeinde die Liegenschaft vor 27 Jahren kaufte, habe man einzig das Dach total saniert und den Wohnungsteil erneuert.
 
Stiftungsbeiträge in Aussicht
 
Für das kommende Jahr will die Kommission Investoren suchen, die bereit sind, das Kulturprojekt mitzutragen. Auch wenn ein grosser Teil der Investitionskosten allenfalls durch den Lotteriefonds abgedeckt werden könne, blieben 4,5 Millionen Franken übrig. Diese will die Kommission durch die Gemeinde sowie durch Beiträge von Dritten stemmen.
 
Einzelne Beiträge von Stiftungen seien schon in Aussicht gestellt worden, wie Hans Thalmann, Delegierter der Kulturkommission Zürioberland und Kommissionsmitglied sagt.
 
«Wichtig ist aber, dass die Bevölkerung über das Vorhaben gut aufgeklärt wird.»
Hans Thalmann, Kommissionsmitglied und Delegierter Kulturkommission Zürioberland
 
Über die Realisierung des Kulturprojekts muss aber letztlich die Turbenthaler Bevölkerung an der Urne befinden. «Die Vorlage sollte den Stimmberechtigen Ende 2018, spätestens anfangs 2019 vorgelegt werden können», sagt Markus Küng. Die Chancen, dass die Stimmbürger dem Kulturscheune-Projekt zustimmen, schätzt Hans Thalmann nicht schlecht ein: «Wichtig ist aber, dass die Bevölkerung über das Vorhaben gut aufgeklärt wird.»
 
Kulturelle Nachfrage ist da
 
Die Nachfrage nach kulturellen Anlässen in der Turbenthal und in den Nachbargemeinden sei da, sagt Barbara Spaltenstein, Leiterin der Gemeinde- und Schulbibliothek und Kommissionsmitglied: «Unsere Veranstaltungen sind immer sehr gut besucht. Und die Nachfrage steigt.»
 
Mit dem geplanten Umzug in die Kulturscheune zeigt sich Spaltenstein trotz anfänglicher Skepsis zufrieden: «Wir werden mehr Fläche zur Verfügung haben, als am jetzigen Standort.» So habe man sich mit der Denkmalpflege darauf einigen können, die Raumgliederung zu vergrössern und bestehende Wände herauszureissen.
 
Läuft alles nach Plan und wird das Bauprojekt vom Stimmvolk gutgeheissen, sollte der Umbau Ende 2020 fertiggestellt werden.

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