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Quadranti will junge Flüchtlinge besser integrieren

Volketswil/Bern

Quadranti will junge Flüchtlinge besser integrieren

Mit einer Motion will Rosmarie Quadranti (BDP) geflüchteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Abschluss auf Sekundarstufe II ermöglichen. Dazu soll der Bundesrat mehr Geld für Integrationsmassnahmen bereitstellen und das Projekt «Flüchtlingsvorlehre» vorziehen.

Freitag, 17. Juni 2016, 18:16 Uhr Volketswil/Bern
Rosmarie Quadranti – im Bild am Hauptbahnhof Zürich – will junge Flüchtlinge beruflich besser integrieren. (Archivbild: Seraina Boner)

Nationalrätin Rosmarie Quadranti (BDP) hat eine Motion eingereicht, die eine bessere berufliche Integration von jungen Flüchtlingen fordert. Konkret geht es der Fraktionspräsidentin darum, dass geflüchteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Sekundarstufe-II-Abschluss ermöglicht wird. Der Bundesrat soll dazu das Budget für Integrationsmassnahmen erhöhen, und zwar per Nachtragskredit 2016 sowie in den folgenden Jahren.

Ausserdem soll das Pilotprojekt «Flüchtlingsvorlehre» bereits 2017 und nicht erst 2018 gestartet werden.

2000 Junge jährlich

Die berufliche Integration junger Flüchtlinge mit Potenzial sei das Schlüsselelement einer erfolgreichen Migrationspolitik, schreibt Quadranti in ihrem Vorstoss «Massnahmen zur beruflichen Integration von jungen Flüchtlingen mit Bleibeperspektive». Die Kindhauserin spricht von rund 2000 jungen Menschen, die 2015 in die Schweiz gekommen seien, «eine Bleibeperspektive haben und gezielt beim Eintritt in die Berufsbildung unterstützt werden müssen». Auch 2016 rechnet sie mit einer ähnlichen oder gar höheren Zahl.

Massnahmen und Ressourcen «mangelhaft»

Ziel soll sein, 95 Prozent aller jungen Personen zu einem Abschluss auf Sekundarstufe II zu führen. Damit würde die Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft gewährleistet «und das beträchtliche Risiko der Abhängigkeit von Sozialhilfe massiv vermindert».

So klar das Ziel auch sei, so seien die Konzepte und Massnahmen sowie die dafür nötigen Ressourcen noch mangelhaft, so Quadranti weiter. Deshalb fordert sie, dass das Pilotprojekt für «Flüchtlingsvorlehren» des Staatssekretariats für Migration vorgezogen wird. Geplant wäre es ab 2018.

Auch die 1000 vorgesehenen Plätze stehen in der Kritik – «es braucht mehr, und es braucht sie wesentlich schneller». Statt 2018 soll das Projekt deshalb bereits 2017 starten.

Kosten: 80 Millionen Franken

Für die notwendige Triage und die spezifische Vorbereitung der Flüchtlinge braucht es aber mehr Geld. Quadranti rechnet mit Kosten von rund 80 Millionen Franken pro Jahr, die zwischen Bund und Kantonen aufgeteilt werden sollen.

«Win-win-Situation»

Mit Schwierigkeiten bei der Platzierung rechnet die Kindhauserin nicht: 2015 hätten schliesslich rund 8000 Lehrstellen nicht besetzt werden können. Aus arbeitsmarktlicher Sicht bestehe deshalb ein grosses Interesse daran, die jungen Flüchtlinge beruflich zu qualifizieren. Zudem entspreche dieses Vorgehen dem Ziel des Bundesrats, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. (khe)

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