×

Genfer Moschee verzichtet auf umstrittenen Imam

Hardliner war in Volketswil aktiv

Genfer Moschee verzichtet auf umstrittenen Imam

Imam Youssef Ibram wird in der Genfer Moschee nicht predigen. Der 62-jährige Marokkaner, der im März noch in Volketswil Reden hielt, gilt in der Öffentlichkeit als Hardliner.

Mike
Gadient
Freitag, 25. November 2016, 18:12 Uhr Hardliner war in Volketswil aktiv
In Volketswil durfte Imam Youssef Ibram predigen, die Genfer Moschee löst den Vertrag mit ihm auf. (Bild: Keystone)

Die Moschee in Genf verzichtet auf die Anstellung eines umstrittenen Imams, der in diesem Jahr auch in Volketswil tätig war. Kurz vor dem geplanten Amtsantritt des Imams Youssef Ibram wurde der Vertrag aufgelöst.

Die Information zur Vertragsauflösung wurde von Ahmed Beyari von der islamischen Kulturstiftung, welche die Genfer Moschee betreibt, am Freitag in einem Interview mit dem Westschweizer Radio RTS bestätigt. Sie war am Freitag von der Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève» öffentlich gemacht worden.

Invasion im Irak kritisiert

Beyari gab im Interview an, dem öffentlichen Interesse den Vorrang gegenüber dem privaten Interesse eingeräumt zu haben. Er betonte zugleich, dass Youssef Ibram ein guter Mensch sei. Der Imam habe bereits zweimal in der Genfer Moschee gepredigt.

Sein erstes Engagement endete 1991, nach dem er die amerikanische Invasion im Irak kritisiert hatte. Das zweite Mal war er zwischen 2001 und 2005 in der Genfer Moschee tätig. Der 62-jährige Marokkaner gilt in der Öffentlichkeit als Hardliner.

Zürcher Regierungsrat relativierte

Als anfangs März bekannt wurde, dass Imam Youssef Ibram in Volketswil aktiv ist, entstand eine Diskussion um illegale Aktivitäten von sogenannten Hasspredigern. Der Zürcher Regierungsrat relativiert damals: Die Zürcher Behörden hätten genügend Möglichkeiten, um gegen Hassprediger und andere Islamisten vorzugehen. Weitere Massnahmen zu ergreifen, sei gegenwärtig nicht nötig (wir berichteten). (sda/mig)

Kommentar schreiben

Kommentar senden