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Wie leben sie in Uster, was brauchen sie?

Menschen mit Beeinträchtigung

Wie leben sie in Uster, was brauchen sie?

Was erleichtert der Bevölkerung das Leben? Diese Frage stellt sich speziell dann, wenn Menschen auf die eine oder andere Weise beeinträchtigt sind. Uster, eine der 20 grössten Schweizer Städte, erhebt nun in Form einer Sozialraumanalyse Daten und Bedürfnisse – und will die Stadt anschliessend in diesem Sinne weiterentwickeln.

Eva
Kamber
Donnerstag, 27. April 2017, 12:37 Uhr Menschen mit Beeinträchtigung
Die Bevölkerung ist zu drei öffentlichen Hearings zum Thema «Inklusion» eingeladen. (Archivbild: Nicolas Zonvi)

Uster ist mit über 34’000 Einwohnern auch Wohn- und Lebensort für viele Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Standort mehrerer Wohn- und Arbeitsstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen. Diese Menschen mit besonderen Bedürfnissen sollen, das ist das Ziel der drittgrössten Zürcher Stadt, noch mehr am Alltag in Uster teilhaben und noch leichteren Zugang zu den Angeboten in der Stadt bekommen.

Auftrag aus dem Parlament

Das Stadtparlament beauftragte 2016 die Stadtregierung Usters mit einer Leistungsmotion, die Handlungsfelder für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen aufzuzeigen. Damit, so die politische Forderung, sollten in der Stadtverwaltung Uster die Ziele der Uno-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen erfüllt werden.

Die Stadt Uster eigne sich sehr gut, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. So begründen die Parlamentarier ihren Vorstoss. Die in Uster ansässigen Institutionen – insbesondere Wagerenhof und Werkheim – sensibilisierten die gesamte Bevölkerung für die Notwendigkeit der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Die gesellschaftliche Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung heisst Inklusion.

Inklusion: Umwelt passt sich an Menschen mit Behinderungen an

Die Idee der Inklusion ist an sich ganz einfach: Menschen mit Behinderungen sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Sie können uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Das bedeutet: Menschen mit Behinderungen müssen sich nicht an die Umwelt anpassen; sondern die Umwelt passt sich an die Menschen mit Behinderungen an. Dies beschloss die Uno-Generalversammlung 2006. Die Schweiz ratifizierte diesen Beschluss 2014.

Der Leitgedanke: Menschen mit Behinderungen erhalten alle Menschenrechte und Grundfreiheiten;  Behinderungen sind Teil der Vielfalt menschlichen Lebens.

Welche konkreten Schritte braucht es für dieses Ziel?

Wie kann der Unterstützungsbedarf von Menschen mit Behinderungen in der ganzen Stadt Uster – und nicht nur in der Stadtverwaltung – ermittelt werden? Dafür beauftragte der Stadt die Fachhochschule Nordwestschweiz, eine Sozialraumanalyse durchzuführen. Über eine Befragung verschiedener Gruppierungen und Fachpersonen in der Stadt Uster soll herausgefunden werden, wie heute Menschen mit Einschränkungen ins Gemeindeleben integriert sindbeziehungsweise sein wollen. Dazu gehören Themen wie Wohnen, Bildung, Arbeit, Familie, Freizeit/Erholung und Kultur.

Mehrere öffentliche Hearings geplant

Der Stadtrat Uster und die Fachhochschule Nordwestschweiz lädt die Bevölkerung am 19. Mai, um 18 Uhr zum ersten öffentlichen Hearing in den Stadthofsaal Uster ein.

Zum einen erhalten Besucher einen kurzen Einblick in den Prozess der Sozialraumanalyse. Bei einem anschliessenden interaktiven Workshop können alle ihre Erfahrungen und ihr Wissen einbringen und so einen Beitrag zur Entwicklung der Aktionspläne leisten. Diese Aktionspläne sollen die Stadt Uster langfristig zu einer inklusiven Gesellschaft hinführen. Also zu einer Stadt, in der Inklusion selbstverständlich gelebt wird.

Insgesamt sind drei öffentliche Hearings geplant. Die weiteren Daten sind am 6. Juni und am 21. August. Die Durchführungsorte sind noch nicht definitiv festgelegt. (eka)

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