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Vizemeister – «aber nicht auf ewig»

JCU verliert Final

Vizemeister – «aber nicht auf ewig»

Der Judoclub Uster verpasst den Schweizer Meistertitel mit dem NLA-Team nur ganz knapp. Im Final gegen Cortaillod entschied erst der allerletzte Kampf.

Florian
Bolli
Sonntag, 03. Dezember 2017, 20:25 Uhr JCU verliert Final
Mehr Freude als Frust: Der JC Uster feiert seinen Vizemeistertitel. (Bild: SJV/Florian Koch)

Er gab alles – doch es reichte nicht. 6:6 stand es, als der Finne Martti Puumalainen für den Judoclub Uster im Final um den Schweizer Mannschaftsmeistertitel in Crissier dem für Cortaillod kämpfenden Iren Benjamin Fletcher gegenüberstand. Ein ungleiches Duell – Puumalainen ist ein U21-Kämpfer, während Fletcher bei der Elite den 19. Rang in der Weltrangliste belegt. Puumalainen gelang es, die Ustermer Titelträume lange am Leben zu erhalten – letztlich aber musste er sich doch geschlagen geben. Cortaillod holte den Titel, und damit laut JCU-Präsident Robert Wakiyama das Team mit dem stabilsten Kader. «Hätte ich auf jemand anders als auf uns wetten müssen, wäre es Cortaillod gewesen.»

So knapp die Niederlage auch war: Bei den Ustermern überwiegte die Freude über Silber bald den Frust über den verlorenen Final. Für sie war es nur schon ein Kraftakt gewesen, überhaupt in diesen einzuziehen. Im Halbfinal gegen Qualifikationssieger Morges war nämlich ebenfalls erst der letzte Kampf entscheidend. Puumalainen ging daraus als Sieger hervor – gegen den Italiener Federico Cavanna, gegen den er bisher eine negative Bilanz aufwies.

Ein Ausfall zur Unzeit

Der knappe Sieg im Halbfinal fühlte sich für Wakyiama «fast wie ein Titelgewinn» an. Denn die Ustermer mussten kurzfristig den verletzungsbedingten Ausfall von Andrin Strickler verkraften. Das hatte unter anderem zur Folge, dass Siro Stump eine Gewichtsklasse höher (- 81 kg) antreten musste – und dort so aktiv und rastlos kämpfte wie ein Duracellhase. «Er zeigte extrem viel Kampfgeist und motivierte das ganze Team», sagt Wakiyama.

Die Anspannung war schon im Halbfinal sehr hoch – sie fiel nach dem Sieg ab, «vielleicht schon zu stark, um im Final noch bestehen zu können», sagt Wakyiama. Den Final eröffnete Raphael Erne, der im Halbfinal mit einem Sieg in letzter Sekunde noch die Basis für den Finaleinzug gelegt hatte, mit einer knappen Niederlage. Dank den Siegen von Nils Stump, Simon Schnell und dem Kameruner Fabius Igor Mbakom Tchiengang blieb der Final aber spannend – bis zum für Uster bitteren Ende.

«Die Champagnerkorken knallten trotzdem», sagt Wakyiama. Er ist zufrieden mit der Saison, zumal auch die NLA-Frauen ihr Ziel erreichten und sich am Samstag den Ligaerhalt auf souveräne Weise sicherten. Für Wakiyama ist aber auch klar, dass Uster nächstes Jahr nicht erneut einen Final verlieren will. Der JCU-Präsident rechnet damit, dann wieder auf den deutschen Weltmeister Alexander Wieczerzak zählen zu können, der diese Saison fehlte, und spricht von zwei weiteren Verstärkungen. «Wir wollen nicht auf ewig Vizemeister sein», sagt er.
 

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