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Grösste Bevölkerungsbefragung

Ustermer, was wünscht ihr euch?

Wie soll Uster im Jahr 2035 aussehen. Die Stadt startet die grösste Bevölkerungsbefragung ihrer Stadtgeschichte. In der Video-Umfrage von Züriost zeichnet sich schonmal ab: Flanieren und Ausgehorte sind grosse Bedürfnisse in Uster.

Dienstag, 28. März 2017, 18:31 Uhr Grösste Bevölkerungsbefragung
Züriost hat sich auf den Ustermer Strassen bereits umgehört. (Video: Simon Grässle)

Die Stadt Uster startet die grösste Bevölkerungsbefragung ihrer Stadtgeschichte. Das Ziel: herausfinden, wie die Ustermer sich ihre Stadt wünschen. Und wie nicht. Wenn Uster das Uster der Zukunft plant, soll die Bevölkerung mitreden.

«Stadtraum Uster 2035» heisst das Projekt, mit dem die Stadt eine neue Ortsplanung erstellt. Eine, die Platz bieten soll für mehr als 40 000 Einwohner. Den Startschuss zum Projekt soll jetzt eine gross angelegte Bevölkerungsbefragung bilden. «Wir möchten, dass die direkt Betroffenen die Möglichkeit haben, ihre Stadt mitzugestalten», sagt Stadtpräsident Werner Egli (SVP).

Die Abteilung Stadtentwicklung wird deshalb in den kommenden Wochen in allen Quartieren und Aussenwachten Umfragen durchführen. Dabei werden die Verantwortlichen aus der Stadtverwaltung vor Ort sein, aber auch Mitglieder des Stadtrats. Am Samstag, 8. April, etwa stehen Stadtpräsident Egli, Bauvorstand Thomas Kübler (FDP) und Sozialvorsteherin Barbara Thalmann (SP) im Einsatz und befragen die Leute an der Gerichtsstrasse nach ihren Wünschen für Uster.

Ein Idealbild erstellen

Die Stadt hat einen umfangreichen Fragebogen entwickelt. So fragt sie die Bevölkerung zum Beispiel, wo sie heute einkauft und wie zufrieden sie mit dem Velonetz ist. Die Stadt will aber auch konkret wissen, welche Quartiere nach Ansicht der Ustermer sogenannt verdichtet werden könnten, wo es also Platz für grössere Häuser und Überbauungen gibt.

«Wir planen die Stadt der Zukunft – und diese wollen wir nicht an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeiplanen», sagt Stadtplaner Patrick Neuhaus. Er betont zwar, dass der Stadtentwicklung durch Gesetze, Vorgaben und andere übergeordnete Ziele Richtlinien gesetzt sind. «Wir müssen aber wissen, welche Themen den Menschen in Uster wichtig sind, um unsere Arbeit danach ausrichten zu können.»

Die Auswertung der Bevölkerungsbefragung fliesst direkt in die städtebauliche Gesamtschau ein, die im Rahmen von «Stadtraum Uster 2035» als erster Schritt erstellt wird. Ziel ist die Erstellung eines Stadtentwicklungskonzepts – ein Bericht
mit zahlreichen Plänen, wie das Uster der Zukunft aussehen könnte. «Man kann sich das als eine Art Idealbild vorstellen, auf das die Stadt dann hinarbeitet», sagt Patrick Neuhaus.

Planungsbüro als Anwalt

Ins Stadtentwicklungskonzept fliessen auch Vorgaben hinein, die bereits heute definiert sind. Die Dualstrategie des Stadtrats etwa, die Uster als Arbeitsstandort stärken will, oder das Sportplatzkonzept und die Schulraumplanung. «Die Anliegen
der Bevölkerung sind ein weiterer wichtiger Faktor», sagt Neuhaus.

Damit diese auch wirklich Gewicht erlangen, hat die Stadt ein sozialwissenschaftliches Planungsbüro engagiert. Es soll nicht nur die Ergebnisse der Befragung analysieren, sondern sie auch in den Planungsprozess einbringen. «Das Büro ist sozusagen der Vertreter der Bevölkerung», sagt Neuhaus. Ende Mai sollen die Ergebnisse der Befragung vorliegen.

Erst ganz am Anfang

Am Ende von «Stadtraum Uster 2035» sollen ein neuer städtischer Richtplan und eine neue Bau- und Zonenordnung stehen. Sie setzen fest, welche Strassen, Schulhäuser und Erholungsgebiete die Ustermer Politik anzustreben hat – und in welchem Gebiet private Bauherren was und wie bauen dürfen. Stadtplaner Patrick Neuhaus betont dabei: «Wir stehen ganz am Anfang eines langen Prozesses. Die Meinung der Bevölkerung soll die Richtung vorgeben.»

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