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Humoria ruft um Hilfe

Ein Schopf genügt, aber bezahlbar muss er sein: Die Suche nach einem neuen Materiallager gestaltet sich für die Humoria Uster schwieriger als erwartet. Jetzt hofft sie auf die Hilfe der Stadt.

Mittwoch, 29. Juli 2015, 18:14 Uhr

«Unser kleines Reich» nennt Ehrenpräsident Bruno Pauli den kleinen Schopf an der Ecke Seestrasse/Zimikerstrasse. Über 200 Kostüme hat die Humoria Uster hier in zwei Dutzend Schränken auf zwei Etagen ge­lagert: Vom Cowboy-Gilet über den Matrosenanzug bis zum Schottenrock. Dazu kommen über 20 Samichlaus- und Schmutzligewänder, Chlaushüte, Zwergenkostüme und sackweise Konfetti. «Alles, was eine Fasnachts- und Chlausgesellschaft so braucht», sagt Pauli. Rechtzeitig informiert

Der 65-Jährige hat den Schopf zusammen mit seinen Vereinskollegen selber mit Holzplatten verkleidet. «Wichtig ist, dass die Kostüme trocken lagern», sagt er. Seit 20 Jahren ist die Humoria Uster in der ehemaligen Liegenschaft der Metzgerei Müller zu Hause. Auch als es vor sechs Jahren einen Besitzerwechsel gab, durfte sie bleiben – zu den gleichen, «grosszügigen» Konditionen, wie Pauli sagt.

Ende dieses Jahr aber ist Schluss. Die Inhaberfamilie, die gleich nebenan wohnt, benötigt die Scheune nun selbst. «Das ist ihr gutes Recht. Sie hat uns rechtzeitig informiert, dass wir umziehen müssen», sagt Pauli.

Mehr als 60 Quadratmeter

Die Suche nach einer neuen Bleibe aber gestaltet sich schwierig. «Wir brauchen relativ viel Platz und können nicht den marktüblichen Preis für Lagerräume zahlen», sagt der Ehrenpräsident, der seit über 30 Jahren im gemeinnützigen Verein aktiv ist. So ­hätten zum Beispiel mehrere Bauern ihre Hilfe angeboten. «Aber gleich 60 Quadratmeter oder mehr abtreten, das ging nicht. So viel Platz aber brauchen wir mindestens.»

Ansonsten seien die Be­dürfnisse der Humoria jedoch bescheiden, betont Pauli. Eine Toilette, eine Heizung oder einen Sitzungstisch etwa benötige man nicht. Auch seien die Leute vom Verein fast nur während der Fasnachtszeit im Lager anwesend, wenn man die Kostüme verleihe. «Ein Vermieter würde von uns also nicht oft gestört.»

Da alles Suchen bisher vergeblich war, hat sich der Verein nun an die Stadt gewendet. «Vielleicht weiss die Liegenschaftenverwaltung eine Lösung für unser Pro­blem», hofft Pauli. Momentan seien Gespräche am Laufen.

Zu Fronarbeit bereit

Sollte der Verein bis Ende Jahr kein geeignetes Lager finden, wird es für ihn schwierig, den Kostümverleih und die Chlaus­aktionen weiterzuführen. «Das wäre schade, beide Einrich­tungen haben in Uster eine grosse Tradition», sagt Pauli. Noch aber sei Hoffnung da und der Tatendrang ungebrochen. «Auch eine ältere Scheune wäre kein Problem. Wir würden für die Renovierung gerne Fronarbeit leisten.»

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